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Rohstoffe

Gold- und Silberbarren

Großes Nachholpotenzial

Silber entwickelt ersten Glanz

Stand: 17.02.2016, 14:40 Uhr

Das Edelmetall steht gewöhnlich im Schatten des "großen Bruders" Gold. Mit den zuletzt wieder ansteigenden Gold-Notierungen kommt aber auch Bewegung in den Silberpreis. Und hier scheint der Nachholbedarf vielleicht noch größer als bei Gold zu sein.

Mit derzeit 15,30 Dollar je Feinunze hat sich der Silberpreis seit Jahresbeginn um rund zehn Prozent nach oben gearbeitet. Damit hat sich Silber zuletzt ähnlich entwickelt wie Gold, das im Zuge der crash-artigen Kursrückgänge an den Aktienmärkten wieder deutlich gefragter ist.

Hoher Aufstieg nach tiefem Fall?

Doch das Potenzial von Silber, das gerne als das "kleiner Burder" des Goldes bezeichnet wird, könnte noch größer sein. Dafür spricht schon die Fallhöhe, die der Silberpreis in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat. Noch 2011 musste für eine Gewichtseinheit Silber mit rund 40 Dollar mehr als das Doppelte des heutigen Preises bezahlt werden. Gold hat im selben Zeitraum in Dollar gerechnet zwar ebenfalls deutlich an Wert verloren, allerdings liegt der Verlust auf Fünf-Jahressicht "nur" bei rund einem Drittel.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.319,36
Differenz absolut
7,57
Differenz relativ
+0,58%
Silber in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,29
Differenz absolut
0,51
Differenz relativ
+2,85%

Auch die historische Relation der Preise der beiden Edelmetalle erscheint arg in Richtung Gold verschoben. Mit einem Verhältnis von 79 (Gold ist je Feinunze damit 79mal so viel wert wie Silber) hat sich das Verhältnis in einen Extrembereich zuungunsten von Silber begeben. Zur Erinnerung: Die Gold-Silber-Ratio lag über Jahrhunderte bei 15:1. Erst nachdem Silber "entmonetarisiert" wurde, weil kaum noch Silbermünzen gepresst wurden, verlor sich dieser Zusammenhang. Dass das Pendel aber zu sehr in Richtung des Goldpreises ausgeschlagen ist, könnte bald in einer Gegenbewegung resultieren, so einige Rohstoff-Experten. Die Folge könnte sein: Silber verteuert sich stärker als Gold.

Nach den Widerständen folgt die Himmelfahrt

Auch charttechnisch gesehen, befindet sich der Silberpreis derzeit in einer spannenden Situation. Die Technischen Analysten der französischen Großbank BNP Paribas sehen derzeit zwar eine kleine Gegenbewegung beim Silberpreis nach den deutlichen Zugewinnen der vergangenen Wochen. Sollte allerdings eine Unterstützung bei rund 15 Dollar halten, dann könnte der Weg in Richtung der 16-Dollar-Marke und darüber hinaus frei sein.

Die Branchenexperten von HSBC halten nach dem Überwinden dieser Barriere sogar Notierungen "im Dunstkreis" von 18 Dollar für erreichbar.

Saisonalität noch beachten

Für Silber-Fans, die die derzeit "günstigen" Kurse bei dem Edelmetall zum Einstieg oder zur Aufstockung ihrer Position nutzen wollen, sei allerdings noch auf einen saisonalen Effekt bei Silber hingewiesen: Regelmäßig Mitte Februar haben in den vergangenen Jahrzehnten die Silberpreise einen Schwächeanfall erlitten. Mit einer entsprechenden Short-Strategie konnte man in den darauffolgenden Wochen bis Ende März gute Gewinne einfahren. Wer dies berücksichtigt, sollte dann in zwei Monaten noch einmal einen Anlauf zum Kauf nehmen.

AB

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Investieren in Silber – gewusst wie

Die Chancen und Risiken

Silberbarren

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Die klassische und direkteste Art, in das weiße Edelmetall zu investieren, ist der Kauf von physischem Silber - entweder in Form von Münzen oder Barren. Für beide Varianten spricht die Befreiung von der Abgeltungssteuer: Anleger, die Silbermünzen oder -barren mindestens zwölf Monate gehalten haben und anschließend mit Gewinn verkaufen, müssen diesen nicht versteuern. Werden die Münzen und Barren innerhalb dieser Spekulationsfrist mit Gewinn veräußert, unterliegt dieser Gewinn der persönlichen Einkommenssteuer. Für die Investition in Silberbarren fallen zudem 19 Prozent Mehrwertsteuer an.

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