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Xetra-Gold Bestand 2009

Zwischen Inflation und Saisonalität

Schafft es Gold weiter aufwärts?

Stand: 28.03.2017, 11:13 Uhr

Das Edelmetall glänzt seit einigen Wochen wieder stärker. Politische Verunsicherung und Inflationsszenarien sorgten zuletzt für Preise deutlich über der 1.200-Dollar-Marke.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.256,90
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+0,55%

Die Turbulenzen in der US-Administration haben dem Goldpreis zuletzt noch einen kleinen Schub gegeben. Das Scheitern der Gesundheitspläne des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der keine Mehrheiten in seinen eigenen Reihen fand, sorgte für einen reflexartigen Anstieg für die Feinunze des Edelmetalls. Deren Preis kletterte erneut über die Marke von 1.250 Dollar.

Trump als Krise?

Das Ende der Trump-Rally an den Aktienmärkten scheint ihre Entsprechung auch beim "sicheren Hafen" Gold zu haben. Plumpste der Goldpreis nach dem Wahlausgang in den USA zunächst von 1.300 bis auf 1.135 Dollar nach unten, berappelte sich die "Krisenwährung" sukzessive mit den Zweifeln an einer schlagkräftigen neuen US-Administration.

Auch die steigenden Inflationsdaten sowohl in den USA als auch in Europa geben dem Gold reflexartig immer wieder einmal einen kleinen Schub. Die vermeintliche Geldentwertung spielt der "Ersatzwährung" oft Mittel zu. Auch wenn Gold als Inflationsschutz unter Experten umstritten ist.

Die allgemein steigenden Inflationserwartungen, die in den USA in den kommenden Monaten zu Zinsanhebungen führen werden, signalisieren aber auch, dass die US-Wirtschaft gut läuft. Damit könnten perspektivisch Mittel aus dem Rohstoff-Sektor auch wieder in Richtung Aktienmarkt fließen.

Saisonale Schwäche droht

Unter saisonalen Gesichtspunkten steuert der Goldpreis eigentlich im Frühling auf eine schwächere Phase zu. Seit 1975 waren die Monate bis Juli eher von einer Nachfrage-Schwäche gekennzeichnet, bevor es dann im Sommer historisch gesehen bis nach der Weihnachtszeit eher bergauf geht. Goldfans könnten also auf mittelfristig niedrigere Preise in den kommenden Wochen lauern, bevor dann der übliche Preisanstieg einsetzt.

Chart Gold saisonal 30 Jahre

Gold saisonal 30 Jahre. | Bildquelle: Seasonal Charts Dimitri Speck, Grafik: boerse.ARD.de

Charttechnisch orientierte Analysten sehen das Februar-Hoch bei 1.263 Dollar als nächste Hürde auf dem Weg nach oben an. Nach einem Bruch dieses Widerstandes könnte es dann weiter in Richtung von Marken bei 1.285 und 1.307 Dollar gehen. Nach unten sollten Preisrücksetzer nicht unter 1.225 Dollar gehen, um den aktuellen Aufwärtstrend nicht zu gefährden.

AB

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