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Öl

Zwei Erdölpumpen in der Dämmerung

Spekulationen über höhere Nachfrage

Opec treibt den Ölpreis an

Stand: 09.10.2015, 09:26 Uhr

An der Ölfront herrscht wieder Bewegung. Seit Wochenbeginn sind die Preise um knapp zehn Prozent angezogen. Einer der Gründe sind Äußerungen aus der Opec, die Hoffnungen auf eine höhere Nachfrage machen.

In knapp zwei Monaten treffen sich die Vertreter der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zu ihrem nächsten Treffen. Ob sie bei dieser Gelegenheit eine Senkung der Fördermengen beschließen, gilt als relativ unwahrscheinlich. Dabei ist die wachsende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage momentan genau das Problem aus Sicht der Ölproduzenten. Die Produktion steigt stärker als der Ölverbrauch. Das drückt den Ölpreis.

Opec-Generalsekretär ist zuversichtlich

Nun aber gibt es erste Anzeichen für eine kleine Wende. Opec-Generalsekretär Abdullah Salem El-Badri zeigte sich in einem Papier an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zuversichtlich, dass die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr deutlicher steigen dürfte als bisher vermutet. Demnach sei ein Anstieg um 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu erwarten.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Zudem könnte die weltweite Ölschwemme bald abebben. "Wir werden erleben, dass der amerikanische Förderanstieg dramatisch zurückgeht", prophezeite in dieser Woche Mark Papa, der frühere Chef des Schieferöl-Pioniers EOG Resources, auf einer Konferenz in London. Nach Einschätzung von Papa werde die Ölförderung in den USA 2016 um rund 700.000 Fass am Tag sinken.

Tatsächlich scheint der Schieferölboom seinen Zenit überschritten zu haben. Wegen des niedrigen Ölpreises ist die Fracking-Förderung vielerorts nicht mehr rentabel. Viele Schieferölproduzenten sind hoch verschuldet.

WTI wieder über 50 Dollar

Die Spekulationen über einen Anstieg der Nachfrage und ein Sinken der Produktion haben die Ölpreise in den letzten Tagen wieder angeschoben. Seit Anfang der Woche sind sie um rund zehn Prozent gestiegen. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent fast 54 Dollar - und damit so viel wie seit Ende August nicht mehr. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um fast einen Dollar auf 50,37 Dollar.

Auch der Opec-Preis für Rohöl hat sich kräftig erholt. Das Opec-Sekretariat meldete am Donnerstag, dass der Korbpreis am Mittwoch bei 48,24 Sollar pro Barrel gelegen habe- rund zwei Dollarmehr als am Vortag.

Mitte der Woche hatte bereits die Internationale Energieagentur (IEA) die Hoffnungen auf eine steigende Ölnachfrage geschürt. Die IEA hatte ihre Schätzung für den kurzfristigen globalen Ölbedarf um 0,5 Millionen Barrel täglich auf jetzt 94,4 Millionen Barrel pro Tag nach oben revidiert. Außerdem deutet sich laut einer IEA-Studie eine technische Verknappung des Angebots an.

nb

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