Seitenueberschrift

Zwei Erdölpumpen in der Dämmerung

Weiter abwärts

Ölpreise im Rausch der Tiefe

Stand: 18.01.2016, 07:37 Uhr

Wer glaubte, dass der Rutsch der Ölpreise langsam mal zu Ende sein müsste, sieht sich getäuscht. Zu Beginn der neuen Woche geht es weiter runter.

Der Preis für Öl der führenden Nordseesorte Brent fiel am Montag im frühen Handel zeitweise mehr als zwei Prozent auf 27,67 Dollar je Barrel (rund 159 Liter). Das war der tiefste Stand seit dem Jahr 2003. Öl der amerikanischen Ölsorte WTI (West Texas Intermediate) gab auf bis 28,36 Dollar pro Fass nach. Die Ölpreise sind innerhalb von nur gut zwei Jahren um rund drei Viertel gefallen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
54,20
Differenz absolut
0,01
Differenz relativ
+0,02%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
51,51
Differenz absolut
0,05
Differenz relativ
+0,10%

Neue Belastung durch den Iran

Für den neuerlichen Schub nach unten verwiesen Marktbeobachter auf die Wirtschaftssanktionen der USA und der Europäischen Union gegen den Iran, die heute aufgehoben wurden. Die Regierung in Teheran habe sechs Monate nach dem Atom-Vereinbarung sämtliche Punkte der Vereinbarung erfüllt, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Samstag mit. Mit der erwarteten Aufhebung der Sanktionen fallen unter anderem viele Beschränkungen im Finanzwesen und im Energiesektor. So darf die Islamische Republik wieder Öl und Gas in die EU exportieren.

Irans Ölministerium kündigte am Montag an, seine Produktion um 500.000 Barrel pro Tag auszuweiten. Das entspräche zwar nur einer Anhebung der weltweiten Produktion um ein gutes halbes Prozent. Doch für einen überversorgten Markt mit einem derart ausgeprägten Abwärtstrend sind das natürlich sehr schlechte Nachrichten.

ME

Darstellung: