Seitenueberschrift

Rohstoffe

Schokolade und Kaffeebohnen

Agrarrohstoffe

Kaffee und Kakao schmecken auch Anlegern

Stand: 22.12.2014, 12:01 Uhr

Während der Ölpreis in schwindelerregende Tiefen fällt und auch der Goldpreis (in Dollar) anno 2014 auf der Stelle trat, ging es mit einigen Agrarrohstoffen im zuende gehenden Jahr deutlich aufwärts. Vor allem die Notierungen von Kaffee zogen gewaltig an.

Kaffee (Arabica) in US-Cent: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
132,90
Differenz absolut
1,65
Differenz relativ
+1,26%

Mit mehr als 50 Prozent Wertzuwachs im fast beendeten Börsenjahr gilt im Rohstoff-Bereich: Coffee is King! Dabei notiert der Preis für ein Pfund Kaffee, die Einheit, in der Kaffee an den Warenterminmärkten notiert, Ende des Jahres mit 1,75 Dollar nicht einmal in der Nähe seines Jahreshochs. Das lag Anfang Oktober bei 2,25 Dollar. Zu Jahresbeginn hatte der Kaffeepreis nicht einmal bei der Hälfte, nämlich bei 1,05 Dollar gelegen. Beim raketenartigen Anstieg des Preises für das koffeinhaltige Genuss-Getränk spielten mehrere Faktoren eine wichtige Rolle.

Chinesen im Koffeinrausch

Zum einen stützt sich der Preis seit langem auf den weltweit steigenden Konsum. Auch in Schwellenländern wie Indien, vor allem aber China trinkt die größer werdende Mittelschicht mehr Kaffee, das als Luxusgut gilt. Vor allem aber sorgte eine langanhaltende Dürre in Brasilien für einen gewaltigen Preisauftrieb. Experten rechnen damit, dass in diesem Jahr deswegen rund acht Prozent weniger Kaffeebohnen in dem lateinamerikanischen Land geerntet werden können. Brasilien ist der größte Kaffee-Erzeuger der Welt und trägt allein ein Drittel zum Umsatz mit Arabica-Bohnen bei.

Allerdings fiel der Preis für Kaffee seit Oktober wieder deutlich, genau wie der Regen in Brasilien, der die schlimmsten Befürchtungen über eine Missernte zerstreute. Auch ein Rückgang der lokalen Währung, in Brasilien der Real, gegenüber dem Dollar ließ die Notierungen zuletzt wieder fallen.

Auch Schoki auf der Wunschliste

Nicht ganz so ausgeprägt wie beim Kaffee war 2014 die Preissteigerung bei Kakao. Gleichermaßen gilt Schokoladengenuss in vielen aufstrebenden Nationen mit wachsender wohlhabender Bevölkerungsschicht als Luxus, den sich immer mehr Menschen leisten wollen - die Tendenz zur Verknappung ist damit vorprogrammiert.

Laut der Internationalen Kakao-Agentur überstieg bis Oktober 2014 die Nachfrage nach Kakao-Bohnen das Angebot um rund 70.000 Tonnen. bis zum Jahr 2018 werde das Defizit bestehen bleiben, so die Experten. Damit erscheint auch in den kommenden Jahren ein weiterer Anstieg vorprogrammiert. Auch der Kakao-Preis war in den vergangenen Wochen von seinen Jahreshochs bei 3.300 Dollar pro Tonne wieder auf bis 2.800 Dollar zurückgekommen. Derzeit erholt sich der Preis aber bereits wieder auf rund 2.975 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt der Preis damit jetzt um zehn Prozent höher.

AB

Darstellung: