Seitenueberschrift

Rohstoffe

Zug der Canadian Pacific Railway vor Bergkulisse

Jetzt noch einsteigen?

Gold: Wer zu spät kommt…

von Angela Göpfert

Stand: 22.03.2016, 13:51 Uhr

Das gelbe Edelmetall hatte einen fantastischen Jahresbeginn, Gold ist plötzlich wieder in aller Munde. Doch lohnt es sich jetzt wirklich noch, auf den fahrenden Zug aufzuspringen?

"Gold: Das große Comeback", titelte jüngst die Anlegerzeitschrift "Euro am Sonntag". "Scheint also, als ob weiter alles glänzt, was Gold ist", war vor kurzem in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu lesen. Und das sind nur zwei Beispiele.

Stimmung zu positiv?

Nach Jahren der Häme ob des drastischen Preisverfalls seit dem 2011er-Allzeithoch bei 1.921 Dollar ist Gold plötzlich wieder mainstreamfähig geworden.

Doch es ist genau dieser Stimmungsumschwung in der öffentlichen Wahrnehmung, der echte "Contrarians" skeptisch werden lässt. Das positive Sentiment ist auf alle Fälle ein Faktor, der den weiteren Anstieg des Goldpreises limitieren dürfte.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
1.338,42
Differenz absolut
2,64
Differenz relativ
+0,20%
Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
10.274,93
Differenz absolut
-44,62
Differenz relativ
-0,43%

Wie im Traum

Fakt ist aber auch: Das gelbe Edelmetall hat seit Jahresbeginn eine Rally erlebt, wie sie sich wohl selbst die eingefleischtesten "Gold bugs" nicht hätten träumen können. Maßgeblicher Kurstreiber waren die Verluste am Aktienmarkt.

Zuletzt spielte aber auch zunehmend der Dollar den Gold-Bullen in die Hände, nachdem die Fed auf ihrer Sitzung am 16. März eine lockerere Vorgehensweise in Aussicht stellte.

Willkommene Dollar-Schwäche

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1081
Differenz absolut
0,00
Differenz relativ
+0,03%

Das Fed-Watchtool der CME Group schreibt einer Zinserhöhung auf der nächsten Notenbank-Sitzung am 27. April aktuell nur eine Wahrscheinlichkeit von 6,9 Prozent zu. Erst für den September rechnet der Markt mehrheitlich mit einer Zinserhöhung.

Die Spekulation auf eine langsamere Gangart der Fed in Sachen Zinsanhebung schwächt den Dollar. Der Dollar-Index hat seit der jüngsten Fed-Sitzung um mehr als ein Prozent nachgegeben, seit Jahresbeginn beträgt das Minus sogar mehr als drei Prozent.

Abpraller nach unten

Und fällt der Dollar, dann steigt der Goldpreis. Experten sprechen von einer negativen Korrelation. Die aktiven Maßnahmen der Fed zur Dollar-Schwächung dürften den Goldpreis also auch in naher Zukunft weiter stützen. Doch ein Blick auf den Gold-Chart lässt das positive Bild schon wieder verblassen.

Denn sowohl in Euro als auch in Dollar haben die Januar-Hochs von 2015 die Aufwärtsbewegung gestoppt. Gold in Euro hat sogar eine obere Umkehrformation ausgebildet, auch in Dollar ist ein Momentumsverlust klar zu erkennen.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.338,42
Differenz absolut
2,64
Differenz relativ
+0,20%

Lieber abwarten (und Tee trinken)

Fazit: Anleger, die den ersten rasanten Anstieg des gelben Edelmetalls verpasst haben, sollten sich einen Anstieg zum jetzigen Zeitpunkt besser gut überlegen. Zwar mögen die fundamentalen Voraussetzungen für einen weiteren Goldpreis-Anstieg etwa mit Blick auf den Dollar mittelfristig weiterhin gegeben sein.

Doch das zu positive Sentiment und die eingetrübte Charttechnik sprechen kurzfristig eher für eine Konsolidierung/Seitwärtsbewegung. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Januar-2015-Hoch (1.308 in Dollar, 1.156 in Euro) wäre indes der Startschuss für eine neue Runde im Gold-Aufwärtskampf.

1/16

Die größten Goldbesitzer der Welt

Top 16

Underground-Schild vor Big Ben in London

Platz 16: Grobritannien

310,3 Tonnen

Darstellung: