Seitenueberschrift

Rohstoffe

Mehrere Reihen Goldbarren

Für Euro-Anleger besonders lohnend

Gold – Totgesagte leben länger!

von Angela Göpfert

Stand: 01.03.2016, 09:34 Uhr

Was wurde nicht über die schlechten Perspektiven des gelben Edelmetalls lamentiert. Und – siehe da – der Goldpreis hat soeben ein neues 14-Monats-Hoch markiert. In Euro!

Bis auf 1.146 Euro steigt der Preis für die Feinunze Gold im frühen Handel. Der Goldpreis überwindet damit fulminant den Widerstand bei 1.139 Euro – das Hoch vom April 2015.

Das sieht doch gut aus!

Die Chancen stehen nun gut, dass der Goldpreis das Hoch vom Januar 2015 (1.156 Euro) schon bald einem ersten Test unterziehen wird. Zwar wäre alles andere als ein Abprall im ersten Anlauf mehr als erstaunlich. Im Erfolgsfall winkt allerdings ein Anschlusspotenzial von rund 100 Euro.

Auch in Dollar ist das technische Bild beim Goldpreis positiv. So hat der Goldpreis in Dollar zwar noch sein Hoch vom Februar (1.263 Dollar) vor der Brust. Doch im Chart hat sich eine Dreiecksformation ausgebildet, diese gilt in der technischen Analyse als Trendfortsetzungsmuster.

Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
1.091,14
Differenz absolut
-0,25
Differenz relativ
-0,02%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
1.212,80
Differenz absolut
-8,80
Differenz relativ
-0,72%

Zufluchtsorte verzweifelt gesucht

Ein Pfund, mit dem die Gold-Bullen derzeit wuchern können, ist der heftige Kursverfall an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn. Die verunsicherten Anleger suchen vermehrt Zuflucht in vermeintlich "sicheren Häfen" wie eben Gold.

Ein ähnliches Spiel erlebten wir allerdings schon 2015: Ein Jahr zuvor verzeichnete Gold zu Jahresbeginn wegen des Frankenschocks und der expansiven Geldpolitik der EZB starke Gewinne.

"Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen"

Das wirft allerdings die Frage auf, ob es sich auch bei der aktuellen Rally nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt.

»Unserer Meinung nach deuten die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten aber tatsächlich auf einen Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen hin. Die Zinswende in den USA sowie der Preisverfall bei Öl und globalen Aktien haben die Nachfrage nach dem gelben Metall erneut angefeuert.«

Ole Hansen, Rohstoff-Experte der Saxo-Bank

Eine Gelegenheit wie einst bei Aktien 2009?

Manch einer, wie Gavekal Capital vom US-Blog Valuewalk, geht sogar so weit und vergleicht die aktuelle Situation beim Goldpreis mit jener bei Aktien im Jahr 2009. Und wir wissen alle, dass 2009 im Nachhinein der perfekte Einstiegszeitpunkt in diesen Aktien-Bullenmarkt gewesen ist.

Die Gründe, die jetzt für Gold sprechen im Überblick:

  • Positive Charttechnik
  • Verhaltenes Sentiment – trotz der jüngsten Rally
  • Kaum Zinserhöhungspotenzial seitens der Fed
  • daher auch sinkende Realzinsen (Zinsen der zehnjährigen US-Staatsanleihen abzüglich der Inflationsrate)
  • Dollar ist überkauft, hat Abwertungspotenzial

Ein Einstieg sollte gut überlegt sein!

Fazit: Der Goldpreis – in Euro wie in Dollar – hat jetzt ernst zu nehmende Widerstände vor der Brust. Sollte er es tatsächlich schaffen, sie aus dem Weg zu räumen, so könnten Anleger die Chance ergreifen und auf den fahrenden Gold-Zug aufspringen.

Sollte Gold jedoch an diesen Widerständen scheitern, so dürfte nach der jüngsten Rally erst einmal eine Korrektur einsetzen, die den geneigten Anlegern dann weit günstigere Einstiegsgelegenheiten offerieren dürfte.

Darstellung: