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Auch wenn es schwerfällt
Gold: Jetzt bloß nicht nervös werden!
von Angela Göpfert
Bereits 16 Monate währt schon die Korrektur beim Goldpreis. Da sind einige Privatanleger kurz davor, sich genervt von ihren Gold-Engagements zu trennen. Andere hingegen sehen in den erniedrigten Kursen eine Kaufgelegenheit. boerse.ARD.de erklärt, warum es sich lohnen könnte, die Füße doch noch ein bisschen stillzuhalten.
Rauf oder runter mit dem Goldpreis? Bald wissen wir mehr
Zugegeben: Das Jahr 2012 war für Goldliebhaber eine Enttäuschung: Während der Dax ein Kursplus von 29 Prozent verbuchen konnte, legte der Goldpreis trotz Geldschwemme der Notenbanken nur 7 Prozent zu. Das neue Jahr begann das gelbe Edelmetall sogar mit Kursverlusten und rutschte ab bis auf 1.625,69 Dollar je Feinunze – den tiefsten Stand seit August 2012.
In engen Grenzen
Für den jüngsten Preisrückgang machten Analysten vor allem die Aussicht auf ein Ende der Anleihekäufe der Notenbank in den USA und den steigenden Risikoappetit der Investoren verantwortlich. Doch wie weit geht noch die Korrektur beim Goldpreis?
Blicken wir zunächst zurück: Seit mehr als einem Jahr befindet sich das gelbe Edelmetall nunmehr im Konsolidierungsmodus. Dabei hat die im dritten Quartal 2011 gesetzte Handelsspanne immer noch Bestand. Seither zogen fünf Quartale ins Land, die allesamt in der damals gesetzten Tradingrange verharrten.
Warten auf den Ausbruch
Das mag zwar für investierte Anleger mehr als zermürbend sein. Für technisch orientierte Investoren macht es das Handelns hingegen ungemein einfach: Sie halten einfach die Füße still, solange der Goldpreis in diesem mittelfristig trendlosen Hin- und Hergependel verharrt.
Erst bei einem Ausbruch nach oben oder unten würde der Goldpreis das klare Signal senden, auf das technisch orientierte Marktteilnehmer so sehnsüchtig warten. So wäre ein Anstieg über die runde Marke von 1.800 Dollar (die jüngsten Hochpunkte wurden allesamt zwischen 1.787 und 1.803 Dollar ausgeprägt) das Signal für eine neue Goldpreis-Rally.
Auf dem Weg zur 2.000?
Umgekehrt sind auf der Südseite unbedingt die Tiefs bei 1.527/22 Dollar zu beachten. Bei einem Rutsch unter diese im September 2011 definierte Unterstützungszone (insgesamt dreimal drehte der Goldpreis an dieser Stelle wieder nach Norden) droht eine Korrektur bis in den Bereich von 1.340 Dollar hinein.
Schaut man auf den Langfrist-Chart, der einen intakten Aufwärtstrend widerspiegelt, so spricht jedoch vieles für eine "bullishe" Auflösung der seitlichen Schiebezone. Das glaubt auch Jörg Scherer, Leiter Chartanalyse bei HSBC Trinkaus. Er hält ein neues Rekordhoch jenseits der Marke von 1.920 Dollar für möglich. "Rein rechnerisch ebnet eine erfolgreiche Weichenstellung sogar den Weg zu Notierungen oberhalb der runden 2.000er-Marke", so Scherer.
Ist der langfristige Trend "your friend"?
Auch Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest sieht den Goldpreis "in einem langfristigen Aufwärtstrend, bei dem sich lediglich in den ersten Wochen 2013 ein positiver Realzins als Belastungsfaktor für die Goldpreisentwicklung ergeben sollte. Aus Verlaufssicht sollte sich daher relativ früh ein Preistief ausbilden."
Fazit: Durchhalten lohnt sich. Entweder der Goldpreis fällt in den kommenden Tagen/Wochen unter die genannte Unterstützungszone und die Korrektur weitet sich massiv aus. Oder aber der Goldpreis dreht im Bereich von 1.530 Dollar wieder nach oben. Dann könnte ein erster Einstieg lohnen. Ein Anstieg über die Marke von 1.800 Dollar wäre ein sicherer bullisher Signalgeber.
Stand: 08.01.2013, 11:37 Uhr