Rohstoffe

Xetra-Gold Bestand 2009

Bundesbank bewahrt Barren Gold auf dem Heimweg

Stand: 09.02.2017, 14:48 Uhr

Die Gold-Reserven Deutschlands werden in immer größerem Ausmaß auch hierzulande aufbewahrt. Bei der "Heim-Führung" der Barren und Tonnen aus dem Ausland liegt die Bundesbank laut Vorstand Carl-Ludwig Thiele sogar über Plan.

"Das Gold, was wir aus New York holen wollten, ist inzwischen da", so Thiele gegenüber Medienvertretern am Donnerstag. Die Statistik der Goldtransporte durch die Bundesbank im vergangenen Jahr sieht so aus: 111 Tonnen des Edelmetalls wurden aus New York in die Tresore und Lagerstätten der Bank geschafft, aus Paris kamen weitere 105 Tonnen dazu. Im laufenden Jahr sollen auch die Transporte aus der französischen Hauptstadt abgeschlossen sein.

Tonne für Tonne

Bleiben noch einige Tonnen aus London, wo ebenfalls seit Jahrzehnten ein Teil der deutschen Goldreserven lagert. Bis zum Jahr 2020 sollen 50 Prozent des Gesamtschatzes im eigenen Land aufbewahrt werden. Bereits jetzt sind es 47,9 Prozent. In Gewicht sind dies nun 1.619 Tonnen Goldes, die innerhalb der deutschen Grenzen lagern.

Die Kosten für die Transporte, die auf verschlungenen und geheimen Wegen in die Lagerstätten in Deutschland führen, sind ebenfalls nicht zu verachten. Bisher sind knapp sieben Millionen Euro dafür aufgewendet worden.

"Noch nie körperlich aufgenommen"

Die Rückführung eines Gutteils des deutschen Goldschatzes ist vor allem ein symbolischer Akt, der eine Reaktion auf die verstärkte Öffentlichkeit des Themas seit dem Jahr 2012 ist. Damals hatte der Bundesrechnungshof moniert, die Goldreserven seien von der Bundesbank bislang noch nie "körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht" geprüft worden.

Das holt die Bundesbank nun gründlich nach. Seit Ende 2015 wird jeder Barren in einem 2.400-seitigen Dokument genau vermerkt. Dennoch soll knapp die Hälfte der Bestände weiterhin an den Auslands-Standorten bleiben. Auch nach dem Brexit bleibe London nun einmal einer der wichtigsten Gold-Handelsplätze, so Bundesbanker Thiele. Und mit der US-Notenbank Fed, die die deutschen Barren in den USA verwaltet, arbeite man auch bei einer Administration Trump vertrauensvoll zusammen.

Goldmünzen für den Finanzminister

So richtig viel anfangen kann die Bundesbank allerdings nicht mit den Edelmetall-Rücklagen. Jährlich erhält der Bundesfinanzminister etwa drei Tonnen zum Prägen von Sammlermünzen. Der Rest bleibt abgeriegelt und stark bewacht im Tresor.

AB

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