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Edelmetalle

Goldbarren auf einem goldenen Podest

Zukunftsängste?

Deutsche bleiben Goldfans

Stand: 22.01.2016, 15:37 Uhr

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr mehr physisches Gold und Silber gekauft als ihre Nachbarn. Einige Banken berichten gar von Absatzrekorden.

So hat die BayernLB 2015 mehr Goldmünzen und Barren an ihre Kunden ausgeliefert als je zuvor. Die Landesbank habe 2015 rund 768 Tonnen an physischen Edelmetallen gehandelt, das entspreche dem Gewicht von 40 vollbesetzten Reisebussen.

Besonders hoch sei die Nachfrage nach Silber gewesen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In diesem Segment habe allein die BayernLB mit 720 Tonnen mehr als doppelt so viel umgesetzt wie im Vorjahr, als es 302 Tonnen waren. Auch seien vermehrt Goldmünzen und Goldbarren gekauft worden.

Verstärktes Kundeninteresse

Der Absatz habe sich um gut sechs auf 47,9 Tonnen erhöht. Zu den Gründen für den Rekord soll sowohl ein Ausbau der Bankgeschäfte in diesem Segment gehört haben als auch ein verstärktes Interesse von Kunden. Motive der Kunden könnten die Niedrigzinsphase gewesen sein, hieß es, die Verunsicherung im Devisenhandel durch den Frankenschock nach der Freigabe der Währung durch die Schweizerische Nationalbank im Januar vorigen Jahres sowie das beständige Ringen um Griechenland in der Eurozone.

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Auch die Degussa Goldhandel GmbH in Frankfurt verzeichnete das beste Jahr seit ihrer Gründung. Der Umsatz mit Anlegern in Deutschland sei 2015 um 36 Prozent gestiegen. Insgesamt schätzt der Händler den Goldabsatz in Deutschland im letzten Jahr auf rund 120 Tonnen, der höchste Stand in den letzten vier Jahren. Die Degussa schätzt den Handelswert auf rund 3,8 Milliarden Euro. Deutschland sei damit nach China und Indien und weit vor den nächstplazierten Vereinigten Staaten weltweit drittgrößter Markt für Anlagegold gewesen.

Schwankungen unterlegen

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Dass der Goldpreis im vergangenen Jahr auf Dollarbasis von 1.199 Dollar je Feinunze auf 1.069 Dollar gefallen ist, spielte für deutsche Direktanleger keine Rolle. Der Anstieg des Dollar, beziehungsweise die Abwertung des Euro hätten den Wertverlust zu großen Teilen ausgeglichen.

Für viele Händler spiegelt die Liebe der Deutschen zu Edelmetallen ihre Abneigung vor Wertpapieren, besonders Aktien, wider. Dass auch der Wert von Gold und Silber erheblichen Schwankungen unterliegt und damit ähnlich riskant ist wie der Kauf von Wertpapieren, wird von den meisten Käufern einfach ausgeblendet. Offenbar sind viele auch davon überzeugt, dass eine Anlage in physischen Münzen und Barren einem etwaigen Zusammenbruch des Finanzsystems oder einem Krieg besser widerstehen werde als Wertpapiere.

lg

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