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Trotz Goldfieber der Zentralbanken
Sind die güldenen Zeiten bald vorbei?
Gold gilt als krisensicherer Hafen und ist begehrt wie nie. Deutsche Privatanleger horten das Edelmetall und die Zentralbanken tun das auch. Doch es gibt Experten, die einen weiteren Preisanstieg für unwahrscheinlich halten.
Inflationsbereinigt ist Gold eine langweilige Geldanlage.
Bisher hat das begehrte Edelmetall seinen Kurswert in den vergangenen fünf Jahren etwa verdoppelt. Eine Feinunze kostet derzeit 1.643 Dollar. Und es wird von Experten wie Jens Ehrhardt weiter wärmstens empfohlen.
Was spricht für den teuren Rohstoff? Im Interview mit boerse.ARD.de nennt der Vermögensverwalter ein altbewährtes Argument: "Gold ist eine Versicherung für sehr schwierige Zeiten. Und die könnten uns in der Tat bevor stehen, wenn man sieht, was Staaten und Banken an Schulden aufgehäuft haben."
Genau nach dieser Devise scheinen immer noch viele Privatanleger zu handeln. Laut einer Studie der Steinbeis-Hochschule horten die Deutschen fast 8.000 Tonnen Goldbarren, Goldmünzen und Schmuckstücke in ihren eigenen vier Wänden. Und die Zentralbanken tun es ihnen mittlerweile gleich.
Notenbanken entwickeln Gold-Heißhunger
Nach Angaben des World Gold Council haben sie 2012 in einem Jahr so viel Gold gekauft, wie sie es seit einem halben Jahrhundert nicht mehr getan haben. Vergangenes Jahr haben sie insgesamt 534,6 Tonnen neu angehäuft. Das ist seit 1964 ein Rekordwert. Die Käufe bei den Zentralbanken machten im vergangenen Jahr zwölf Prozent der gesamten Nachfrage aus, während es im Jahr zuvor nur zehn Prozent waren.
Führend sind Russland, Brasilien und Irak. "Es sind vor allem Schwellenländer, die ihren Goldbesitz aufstocken", hieß es dazu beim Council, dem Lobbyverband der Goldminenindustrie. "Das zeigt, dass diese Zentralbanken generell ihre Reserven vergrößern. Neben Vermögenswerten in US-Dollar und Euro setzen sie auf Goldreserven zur Risikostreuung."
Kommt nach dem Goldrausch der große Kater?
An diesem Goldrausch verdienen vor allem die Minenunternehmen. Laut einem Bericht von Plusminus spült ihnen der rasante Anstieg des Goldpreises unerwartete Gewinne in die Kassen.
Doch mit dem Goldfieber könnte es bald vorbei sein, erwarten manche Rohstoffexperten. Vermögensverwalter Christoph Eibl sagte im Gespräch mit Plusminus, viele Investoren könnten ihr Bedürfnis nach Gold bald gedeckt haben und nicht mehr im gleichen Maße wie bisher zukaufen.
Wie der Plusminus-Beitrag zeigt einen weiteren interessanten Aspekt: Der Goldpreis ist zwar in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, inflationsbereinigt bewegt er sich aber auf dem Niveau von vor etwa 30 Jahren - das heißt, dass Goldanleger sich zwar langfristig erfolgreich vor der Inflation retten konnten, aber auch nichts hinzugewonnen haben.