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Windenergie

 Windräder in Bornstedt in Sachsen-Anhalt.

Verkauf oder Genossenschaft

Prokon-Anleger bekommen die Hälfte zurück

Stand: 13.05.2015, 16:49 Uhr

Der insolvente Windpark-Betreiber Prokon soll an EnBW verkauft oder in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Darüber sollen die Gläubiger entscheiden. In beiden Fällen sollen sie gut die Hälfte ihrer Forderungen erstattet bekommen.

Der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin präsentierte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz die beiden Insolvenz-Pläne. Der erste Plan sieht den Verkauf an den Energieversorger EnBW für 500 Millionen Euro vor. Das Geld soll bar an die Gläubiger und die Inhaber von Genussscheinen fließen.

Der zweite Plan ist das Genossenschafts-Modell. Prokon soll in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Dabei sollten nach den Vorstellungen des Insolvenzverwalters Penzlin möglichst viele der rund 75.000 geschädigten Genussrechts-Inhaber auf eine Barauszahlung ihrer Ansprüche verzichten – und das Geld in die Genossenschaft einbringen. Die Genussrechts-Inhaber würden darüber hinaus eine 15 Jahre lang laufende mit 3,5 Prozent verzinste Anleihe erhalten. Es würde schon reichen, wenn 30.000 der Genussrechts-Inhaber zu Mitgliedern der Genossenschaft würden, sagte Penzlin.

Gläubiger haben die Wahl

Bei beiden Plänen würden die Prokon-Anleger einen Teil ihres investierten Gelds verlieren. Penzlin sprach von 50 bis 60 Prozent der Forderungen, die erstattet werden würden. Anfang Juli sollen die rund 100.000 Gläubiger von Prokon über die beiden Insolvenzpläne entscheiden.

EnBW-Chef Frank Mastiaux buhlt um die Prokon-Gläubiger für seine Offerte. Mit einem Kauf werde die Windenergie-Firma auf eine gesunde Kapitalbasis gestellt. Beim Genossenschaftsmodell würde das Unternehmen von der geplanten Anleihe und den fälligen Zinsen in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt, warnt EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer. Auch die Anleger machten sich dann noch 15 Jahre von der Entwicklung von Prokon abhängig.

nb

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