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ETF-Schriftzug

ETF-Markt mit Zuwachs

Smart Beta groß im Kommen

Stand: 09.12.2015, 16:11 Uhr

Im Markt für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) gewinnt eine neue Variante immer mehr Anhänger. Mit "Smart Beta" erhoffen sich vor allem professionelle Investoren bessere Renditechancen. Der Trend dürfte aber auch bald bei Privatanlegern ankommen.

Im europäischen Geschäft mit den Indexfonds, das weiterhin dynamisch wächst, spielen Smart Beta-Konzepte praktisch noch keine Rolle. Nur 1,3 Prozent der Käufe und Verkäufe spielen sich nach Brancheninformationen in den neuen Produkt-Varianten ab. Doch der Trend kommt wie so oft aus den USA: Hier ist der Anteil der Mittel, die in Smart-Beta-ETFs stecken, rapide auf bereits 20 Prozent angewachsen. Die Emittenten sagen der Idee auch hierzulande eine große Zukunft voraus.

Konstruktionsnachteile ausgleichen

Die "smarte" Konstruktion dieser ETFs ist ein Grund dafür. Anders als "klassische" Indexfonds, die etwa den Dax oder den Dow-Jones-Index möglichst genau abbilden wollen, versuchen Smart-Beta-Fonds Konstruktionsnachteile dieser Benchmark zu umgehen. Dazu werden zum Beispiel alle Aktien aus einem Index gleichgewichtet - im Vergleichsindex werden Papiere zumeist nach ihrer Marktkapitalisierung oder ihrem Streubesitz entsprechend gewichtet.

Oder aber es werden nur besonders schwankungsarme Titel in einen eigens kreierten Index aufgenommen, auf den wiederum ein ETF aufgelegt wird. Ein solcher ETF, der Ossiam Stoxx Europe Minimum Variance-ETF (WKN: A1JH10) hat zum Beispiel die Konsolidierung der Aktienmärkte im Sommer deutlich besser überstanden als der EuroStoxx 50. Die Outperformance gegenüber der Benchmark liegt seit Jahresbeginn bei mehr als fünf Prozentpunkten.

Vermögensverwalter mögen's smart

Kein Wunder, dass Smart-Beta-Konzepte auch bei Anlage-Profis beliebt sind. Wie eine Studie des US-ETF-Anbieters PowerShares zeigt, setzen Vermögensverwalter und Finanzberater zunehmend die neuen Produkte ein, um für ihre Kunden ein Anlage-Portfolio maßzuschneidern. 91 Prozent der Befragten waren dabei mit den "smarten" ETFs zufrieden. Ein klares Indiz dafür, dass das Einsatzgebiet weiter wachsen wird.

Der Fantasie ist auf Seiten der Emittenten hier prinzipiell keine Grenze gesetzt, was ein wenig an den Zertifikatemarkt erinnert. Auch hier gab es "Moden" wie etwa Alpha-Zertifikate, mit denen der Anleger den Markt schlagen sollte.

"Smart" kann sich rentieren

Ein zweiter Kritikpunkt bezieht sich auf die Kosten, die allzu smarte Konstruktionen naturgemäß verursachen. Tatsächlich kosten die Smart-Beta-ETFs im Schnitt ein wenig mehr als die klassischen Varianten. Ein "normaler" ETF auf den Weltindex MSCI World etwa vom Marktführer iShares (WKN: DBX1MW) sorgt für 0,2 Prozent jährliche Kosten. Die smarte "Low-Volatility-Variante" desselben Anbieters auf den MSCI World (WKN: A1KB2D) liegt bei ebenfalls noch überschaubaren 0,3 Prozent Kosten im Jahr. Ein Blick auf die Performance in den vergangenen Monaten spricht allerdings für die "smarte" Konstruktion: Auf Jahressicht hat der Low-Volatility-Fonds den Klassiker binnen eines Jahres um rund fünf Prozentpunkte abgehängt.

AB

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