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Hedgefonds

Gestürzter Mann zwischen Hecken

Laut Branchendienst HFR

Hedgefonds: Mieser Jahresauftakt

Stand: 08.03.2016, 13:30 Uhr

Dem Einbruch der Aktienmärkte im Januar konnten sich auch die Hedgefonds nicht entziehen. Sie erwischten den schlechtesten Jahresstart seit 2008. Doch Mittelabflüsse gab es deshalb kaum. Und den befürchteten "Firesale" hat es auch nicht gegeben.

Dies geht aus einer Erhebung des Branchendienstes HFR hervor. Allerdings seien die Geldabflüsse bei den Hedgefonds nicht so stark ausgefallen wie die Einbrüche an den Aktienmärkten. Der breit angelegte HFRI Fund Weighted Composite Index (FWC) gab im Januar 1,7 Prozent nach. Das ist zwar immer noch weniger als der S&P 500, der im Januar fünf Prozent einbüßte.

Doch so schlecht wie in diesem Jahr sind die Hedgefonds seit der Finanzkrise 2008 nicht in das neue Jahr gestartet. Und das, obwohl sich die Manager für ihre Arbeit in der Regel recht großzügig entlohnen lassen. Üblich ist in der Branche die Regel "2/20", wonach 2 Prozent des verwalteten Vermögens sowie 20 Prozent der Profite an den Manager wandern.

Verlierer, aber auch Gewinner

Noch höhere Verluste verzeichneten die auf Aktien-Investments spezialisiertenHedgefonds (minus 3,7 Prozent) sowie die in Technologie- und Gesundheitswerte investierten Fonds. Letztere mussten sogar Verluste von 8,1 Prozent hinnehmen. Gewinne erzielten hingegen die Hedgefonds, die auf gobale volkswirtschaftliche Daten (Global Macro Strategy) setzten: der entsprechende Indexwert stieg im Januar um 1,5 Prozent.

Bei den Hedgefonds gehörten nach HFR-Informationen Tiger Global, Viking Global oder Third Point von Investor Daniel Loeb zu den Gesellschaften, die am schlechtesten abschnitten. Unter den Gewinnern waren im Januar Tudor Momentum sowie Secor Alpha.

Einen nennenswerten Mittelabfluss hat es trotz der schlechten Performance aber kaum gegeben: Laut HFR ging das von den Hedgefonds verwaltete Vermögen bis Ende Januar auf 2,90 Billionen Dollar zurück, von 2,93 Billionen Mitte 2015. Das bedeutet, so HFR, dass die Anleger nicht gleich das Vertrauen verlieren, wenn es an einem Monat mal abwärts geht.

Risiko von Firesales bisher gebannt

Auch die von einigen Marktexperten befürchteten "Firesales", also panikartige Verkäufe von Wertpapieren, sind bisher ausgeblieben. Im Gegenteil. Laut der neuesten Statistik von HFR, die am 7. März veröffentlicht wurde, ist der HFRI Hedgefonds-Index im Februar um 0,5 Prozent gestiegen auf 12.040,78 Punkte. Dies sei das stärkste Plus seit Oktober 2015 gewesen, so HFR. Auf Jahressicht ergibt sich allerdings weiterhin ein Minus von 2,0 Prozent. Das ist aber immer noch besser als der Gesamtmarkt. Im Vergleich zum Stand Ende Februar 2015 notiert der S&P 500 noch rund acht Prozent tiefer.

HFR-Chef Kenneth Heinz ist sich sicher, dass Hedgefonds, die unter Beweis gestellt hätten, dass sie im derzeit volatilen Marktumfeld Kapital schützen und unkorrelierte Gewinne generieren können, auch in diesem Jahr weitere Gelder von Investoren anziehen werden. Das Risiko von Firesales kann Heinz derzeit nicht erkennen.

lg

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