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Devisen

Wetten auf die Abwertung

Yuan: Im Visier der Hedgefonds

Stand: 01.02.2016, 14:21 Uhr

Mit Wetten auf den Niedergang des britischen Pfunds ist George Soros reich geworden. Seit zwei Jahren spekuliert er gegen den chinesischen Yuan - inzwischen gefolgt von anderen Hedgefonds.

Wie das "Wall Steet Journal" berichtet, soll auch der von David Einhorn gegründete zehn Milliarden Dollar schwere Hedgefonds "Greenlight Capital" Optionen auf einen fallen Yuan gesetzt haben. Der von J. Kyle Bass gegründete und geleitete Fonds Hayman Capital Management habe sogar 85 Prozent seines Portfolios in Wetten gegen Yuan und Hongkong-Dollar investiert.

Auch Stanley Druckenmiller, ein langjähriger Fondsmanager von Investorenlegende George Soros sowie der Fondsmanager David Tepper, dessen verwaltetes Portfolio auf zehn Milliarden Dollar geschätzt wird, hätten sich gegen den Yuan positioniert, berichtet das Blatt unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Unglaubliche Frechheit

Die Investoren folgen damit George Soros, einem der bekanntesten und erfolgreichsten Spekulanten an der Wall Street. Der 85-Jährige setzt nach eigenen Angaben schon seit zwei Jahren auf eine massive Abwertung der chinesischen Währung - bisher ohne Erfolg. Allerdings hat er durch seine öffentlichen Aussagen nun offenbar einige Nachahmer gefunden, um den Druck auf China weiter zu erhöhen.

Die chinesische Führung betrachtet das Vorgehen der Hedgefonds als ungeheure Frechheit. Während Soros’ Aussagen im Westen zunächst keine große Beachtung fanden, machte das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Chinas, die Zeitung "People’s Daily", jüngst mit einer eindeutigen Schlagzeile auf: "Chinas Währung den Krieg erklären? Haha."

Erhebliche Ressourcen

Tatsächlich verfügt die chinesische Zentralbank über erhebliche Ressourcen. Auf 3.300 Milliarden Dollar werden ihre Devisenreserven geschätzt. Verkauft sie Teile davon, wie in der jüngsten Vergangenheit, schwächt dies den Dollar und stärkt den Yuan. Allerdings musste sie bereits 500 Milliarden einsetzen, um den Yuan zu stabilisieren. Unbegrenzt einsetzen lässt sich die Reserve also auch nicht.

Die chinesische Währung ist unter Druck, weil die Wirtschaft der Volksrepublik so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr wächst, es an den Finanzmärkten starke Kursausschläge gibt und viel Kapital ins Ausland fließt. Zudem hat die US-Notenbank den Leitzins wieder erhöht. Das ließ den Dollar steigen.

Stimmung gedrückt

Wie die Wetten der Hedgefonds ausgehen, lässt sich nicht sagen. Allerdings hat sich die Stimmung in Chinas Industrie auch im im Januar nicht gebessert. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Wirtschaftsmagazins "Caixin" lag mit 48,4 Punkten den elften Monat in Folge unterhalb der kritischen Marke von 50. Der wichtige Frühindikator hat sich damit gegenüber dem Wert von 48,2 Punkten im Dezember nur leicht verbessert. Unterhalb von 50 Punkten ist von Rückgang der Industrieproduktion auszugehen.

lg

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