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Devisenmarkt

Geldscheine verschiedener Währungen

Dollar statt Euro, Yen statt Yuan

Wellen am Devisenmarkt

Stand: 06.01.2016, 11:38 Uhr

Unterschiedliche Konjunkturaussichten in wichtigen Weltregionen lassen die Kurse verschiedener Währungspaare seit einigen Tagen heftig zucken. Der Euro und der chinesische Yuan stehen unter Abwertungsdruck.

Die chinesische Regierung kennt kein Pardon, wenn es darum geht, die Wirtschaft des eigenen Landes zu "stimulieren". Auf die zu Wochenbeginn gemeldeten schwachen Industriedaten im Land und dem Ausverkauf an der Shanghaier Börse reagierte sie prompt: 130 Milliarden Yuan wurden durch die Notenbank in den Markt gepumpt. Damit wurde den Banken Liquidität zur Verfügung gestellt.

Motiv: Exportwirtschaft ankurbeln

Indirekt wurde damit aber auch die Abwertung des Yuan gegenüber anderen Weltleitwährungen weiter vorangetrieben. Eine geschwächte einheimische Währung hilft den chinesischen Unternehmen, ihre Waren im Ausland günstiger anzubieten und kurbelt damit die Konjunktur im Land an.

Die geschwächte China-Konjunktur zeigt sich ohnehin schon seit längerem in einem Yuan, der gegenüber dem Dollar an Boden verliert. Am Mittwoch stieg der Dollar nun auf 6,5540 Yuan, den höchsten Stand seit fünf Jahren.

Yen als Fluchtburg in unsicheren Zeiten

Erstaunlicherweise ist der japanische Yen in den vergangenen Tagen aber sogar gegenüber dem Dollar noch deutlich angestiegen. Am Devisenmarkt wird laut Experten die japanische Währung vor allem in der asiatischen Region derzeit als "Zuflucht" bevorzugt. Der Yen habe dort immer mehr die "Funktion eines sicheren Währungshafens", so etwa Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Dabei spielt offenbar auch die aktuelle Verunsicherung der Marktteilnehmer durch Nordkorea eine Rolle. Das Land hatte laut der staatlichen Nachrichtenagentur vor wenigen Tagen eine "Mini-Wasserstoffbombe" gezündet - und zündelt damit auch weiter am politischen Gleichgewicht in der Region. Gegenüber dem Dollar hat der Yen binnen weniger Tage mehrere US-Cent aufgewertet. Derzeit notiert der Dollar nur noch bei 118,50 Dollar. Seit Anfang der Woche hat der Yen damit zwei Cent gewonnen, binnen eines Monats sogar mehr als vier Cent.

Beim Euro geht die Rutschpartie weiter

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Dollar bleibt aber auch gegenüber dem Euro weiter im Vorwärtsgang. Am heutigen Vormittag rutschte die Gemeinschafts-Währung noch ein Stück weiter gegenüber dem "Greenback" ab. Derzeit ist ein Euro nur noch 1,0730 Dollar wert. Die Parität von Euro und Dollar erscheint nach den gestern bekanntgegebenen Inflationsdaten noch wahrscheinlicher. Der Preisauftrieb in der Eurozone geht gegen null, 2015 war nur eine Teuerung von 0,2 Prozent verzeichnet worden, auch dies ein Zeichen schwächelnder Konjunktur in der Gemeinschaft.

Am Devisenmarkt wird nun bereits darauf spekuliert, dass die EZB weitere geldpolitische Instrumente einsetzen wird, um weitere Stimuli für die Euro-Konjunktur zu setzen. Und während die USA langsam auf eine Serie von Zinserhöhungen einschwenken, bleibt in der Gemeinschaft der Dauer-Null-Zins wohl noch lange erhalten.

AB

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