Bitcoin-Münze mit Stromzähleranzeige

So viel Strom verbraucht der Bitcoin wirklich Umweltsünder Bitcoin

Stand: 31.07.2017, 15:41 Uhr

In den letzten drei Monaten schoss der Bitcoin-Kurs durch die Decke: Mitte Juni knackte die Kryptowährung fast die 3.000-Dollar-Marke. Das Netzwerk hinter der digitalen Währung wird immer größer, die Transaktionen kosten mehr Gebühren und die Wartezeiten verlängern sich.

Auch das "Mining", also das Schürfen neuer Bitcoins, wird teurer. Denn das System bevorzugt die neueste Hardware, die Asic-Chips, und verbraucht währenddessen auch viel mehr Strom. Das Mining, was nichts anderes bedeutet als dass vom Netzwerk der neueste Block der Blockchain gefunden wird, lohnt sich nur noch in Ländern wie China oder Island, wo der Strom besonders günstig ist. Je mehr Personen minen, desto geringer wird die Chance für jeden einzelnen, einen Block zu finden.

Stromverbrauch ist riesig

Für boerse.ARD.de hat sich Moritz Strube, Gründer eines Berliner Startups und Mathematiker, mit dem Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks auseinandergesetzt. Seine Ergebnisse sind verblüffend.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
4.229,48
Differenz relativ
-2,19%

Der Stromverbrauch des gesamten Bitcoin-Netzwerks kann nur geschätzt werden. Nicht alle Teilnehmer verfügen über die effizienteste Hardware. Derzeit geht man jedoch von einem jährlichen Verbrauch von etwa 14 Terawattstunden Strom aus. Das ist mehr, als Berlin mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern 2014 verbraucht hat. Für diesen Jahresverbrauch hätte das Atomkraftwerk in Biblis mehr als fünf Jahre Strom produzieren müssen.

Auch die Umweltbelastung ist enorm: Das gesamte Bitcoin-Netzwerk stößt jährlich etwa 7,6 Millionen Tonnen CO2 aus. Um diesen Wert zu erreichen, müsste man mit einem Mittelklassewagen 43,6 Milliarden Kilometer fahren. Also etwa eine Million Mal die Welt umrunden, oder 4,5 Millionen Mal von Berlin nach Peking fahren.

Die Kosten stehen nicht immer in Relation zum Profit

In Deutschland lohnt sich das Mining kaum noch. Bei dem jährlichen Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks und einem Strompreis von derzeit 29 Cent würden hierzulande 4,22 Milliarden Euro Stromkosten anfallen. In einem Jahr entstehen momentan jedoch nur 657.000 neue Bitcoins, zu einem Preis von etwa 2.400 Euro entspricht das einem Wert von nur 4,57 Milliarden Euro. Farmen wie zum Beispiel auf Island, mit einem Strompreis von 10 Cent pro Kilowattstunde, sind deutlich wettbewerbsfähiger. Dort liegen die Stromkosten bei nur 1,41 Milliarden Euro.

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