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 Bitcoin-Münzen

SEC lehnt ETF-Antrag ab

Schlappe für die Bitcoin-Freunde

Stand: 13.03.2017, 11:15 Uhr

Die US-Börsenaufsicht SEC hat vorerst einen Bitcoin-ETF verhindert. Zuwenig Regulierung und zu manipulationsanfällig, findet die Behörde. Der Kurs der Digitalwährung stürzt ab, aber die Initiatoren, die Winklevoss-Zwillinge, wollen nicht aufgeben.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
2.693,57
Differenz relativ
+1,64%

Die SEC hatte am Freitag nach Börsenschluss in den USA erklärt, dem Antrag von Cameron und Tyler Winklevoss auf Zulassung eines Bitcoin-ETF werde nicht stattgegeben. "Die Kommission stellt fest, dass Bitcoin sich in einem relativ frühen Stadium seiner Entwicklung befindet", heiß es in der Begründung. Für breitere Anlegermassen soll das Finanzprodukt deshalb noch nicht geeignet sein. Es sei wegen der mangelnden Regulierung des Bitcoin-Handels zu anfällig für Manipulationen und Betrügereien.

Der Kurs reagierte prompt. Die Hoffnung auf eine Zulassung des Fonds hatte den Bitcoin zuvor auf ein Rekordhoch von mehr als 1300 Dollar getrieben. Anschließend sackte er bis auf knapp über 1000 Dollar ab. Aktuell steht er wieder solide über 1.100 Dollar.

Reise, Reise

Schließlich besteht auch immer noch Hoffnung für die Fans der Digitalwährung. Die Winklevoss-Zwillinge bemühen sich seit drei Jahren darum den  "Winklevoss Bitcoin Trust ETF" zu etablieren und wollen sich keineswegs geschlagen geben. Tyler Winklevoss kündigte an, sich weiter um eine Zulassung bemühen zu wollen:

»Wir haben diese Reise vor fast vier Jahren begonnen, "Und wir sind entschlossen, sie zu Ende zu bringen.«

Tyler Winklevoss

Rechtsstreit mit Zuckerberg

Hinter dem stehen die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss, die Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vorwerfen, er habe ihre Idee für das inzwischen milliardenschwere Online-Netzwerk geklaut. Die ehemaligen Ruder-Olympioniken bekamen nach dem langen Rechtsstreit mit Zuckerberg eine Abfindung von 65 Millionen Dollar und haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, Bitcoin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie betreiben bereits die Bitcoin-Börse Gemini.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 19 Uhr Ein Bitcoin teurer als eine Unze Gold

Die Winkelvoss-Zwillinge sind übrigens nicht die Einzigen, die eine Zulassung beantragt haben. Der SEC liegen Anfragen von drei weiteren Gruppen vor. Fachleute trauen virtuellen Bezahlsystemen wie Bitcoin großes Zukunftspotenzial im Zahlungsverkehr zu.

Ein alternatives Geldsystem  

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss. | Quelle: picture-alliance/dpa

Da Bitcoins schnell und anonym rund um die Welt transferiert werden kann, ist die Digitalwährung unter anderem für jene interessant, die sich den Kapitalkontrollen in ihrem Land entziehen wollen. Mit Bitcoins sollte ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von staatlicher Kontrolle und Banken funktioniert sowie Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert.

Mittlerweile gibt es etwa am weltweit wichtigsten Finanzplatz New York strikte Regeln für den Handel mit virtuellen Währungen. Ein Großteil des Handels ballt sich aber in China.

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