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Nahaufnahme einer Euromünze und Europasterne

Aussicht auf steigende US-Zinsen

Euro fällt auf 1,05 Dollar

Stand: 02.03.2017, 15:34 Uhr

Die Aussicht auf eine Leitzinserhöhung in den USA möglicherweise schon in diesem Monat hat den Kurs des Euro weiter unter Druck gebracht.

Am Nachmittag markiert die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0500 Dollar ein neues Wochentief. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,0533 (Dienstag: 1,0597) Dollar festgesetzt. Dabei handelt es sich vielmehr um eine Aufwertung des Dollar als eine Schwächung des Euro.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Börse 14.00 Uhr Schwächerer Euro stärkt den Dax

Denn der Chor führender US-Notenbanker, die sich für eine Zinserhöhung bereits in diesem Monat aussprechen, wird immer lauter. In der Nacht zum Donnerstag hat auch das Direktoriumsmitglied der Notenbank Fed, Lael Brainard, Hinweise für eine erneute Anhebung des Leitzinses bei der nächsten Zinssitzung Mitte des Monats geliefert.

Wahrscheinlichkeit gestiegen

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
1,0897
Differenz relativ
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Bereits zu Wochenbeginn hatten sich amerikanische Notenbanker für eine rasche Anhebung des Leitzinses ausgesprochen. Eine Zinserhöhung beim nächsten Treffen der Fed im März könne ernsthaft erwogen werden, sagte John Williams, Chef der regionalen Notenbank von San Francisco. William Dudley, der einflussreiche Präsident der regionalen Notenbank von New York, sagte zudem, dass eine weitere Zinserhöhung zuletzt "viel mehr zwingender" geworden sei.

Damit hat sich die Einschätzung für eine Zinserhöhung der Fed im März an den Finanzmärkten grundlegend geändert. Während die Wahrscheinlichkeit vor den Reden noch mit etwa 50 Prozent eingeschätzt wurde, ist der Wert auf zuletzt 80 Prozent gestiegen.

Inflation spielt keine Rolle

Auch Devisen-Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank schätzt inzwischen eine schnelle Zinserhöhung noch im März "als immer wahrscheinlicher" ein. Die vergleichsweise leichten Kursverluste des Euro erklärte sie mit der anhaltenden Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Politik der Regierung unter Präsident Donald Trump.

Die in der Eurozone auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegene Inflationsrate bewegte den Eurokurs nicht. Die Verbraucherpreise waren im Februar wegen der kräftig gestiegenen Energiepreise um 2,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Zwar dürfte vor allem in Deutschland der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) wachsen, über eine geldpolitische Wende nachzudenken.

Eine baldige geldpolitische Wende durch die EZB erwarten Experten jedoch nicht. "Da die inflationstreibenden Energiepreiseffekte nun auslaufen, geht es in den kommenden Monaten mit den Teuerungsraten bereits wieder bergab", erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank.

lg

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