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Devisen

Verschiedene Hunderteuro- und Hundertdollarscheine

Euro fällt zurück

Der Dollar ist einfach zu stark

Stand: 22.02.2017, 15:25 Uhr

In Amerika verdichten sich die Hinweise auf Zinserhöhungen. Zudem hofft man in den USA auf einen Wirtschaftsaufschwung. Das treibt den Dollar, der Euro hat da keine Chance.

Der Abschwung der europäischen Gemeinschaftswährung gegen den Dollar hat sich auch heute fortgesetzt. Nachdem der Euro bereits am Vortag unter die Marke von 1,06 Dollar gerutscht war, kämpft er heute mit der Marke von 1,05 Dollar. Im Tagestief fiel der Euro schon auf 1,0494 Dollar, das war der tiefste Stand seit gut sechs Wochen.

Der Kurs sinkt damit immer mehr in Richtung des bisherigen Tiefstandes von 1,0391 Dollar aus dem Dezember 2016. Es war auch der tiefste Stand seit dem Jahr 2002, dem Jahr, in dem das Euro-Bargeld eingeführt wurde. Selbst positive Konjunkturdaten aus der Euro-Zone, wie der heutige Ifo-Index aus Deutschland, helfen da nicht.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1194
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+0,38%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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111,30
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+0,01%
Britisches Pfund in US-Dollar : Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,27
Differenz relativ
+0,30%

Politische Sorgen nehmen zu

Belastend für Europa und seine Währung wirkt sich besonders die politische Unsicherheit vor den wichtigen Präsidentschaftswahlen in Frankreich aus, wo mit der populistischen Europa-Kritkerin Marine Le Pen eine Kandidatin auf dem Vormarsch ist, die das gesamte Euro-Gerüst in Frage stellt. Auch in den Niederlanden haben die Euroskeptiker des Kandidaten Geert Wilders gute Chancen. Zudem bleibt Griechenland latent Pleite-bedroht und die Folgen des Brexit auf die Eurozone sind derzeit noch gar nicht abzusehen.

Der starke Dollar

Aber trotz all dieser Sorgen - es ist derzeit eher eine Dollar-Stärke denn eine Euro-Schwäche, die die Devisenkurse weltweit bestimmt. Auch gegen andere Währungen, wie etwa den japanischen Yen, legt der Greenback derzeit zu.

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Denn der US-Dollar ist die einzige der großen Währungen, die derzeit aufwertet. Vor allem diese Fantasie auf höhere Zinsen sorgt dafür, dass der Dollar wieder begehrt ist. Derzeit gewichten die Märkte die Wahrscheinichkeit einer schnellen Erhöhung der Leitzinsen wieder höher. So hält Notenbanker Patrick Harker, der im FOMC-Ausschuss stimmberechtigte Chef der Fed of Philadelphia, drei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr für angemessen. Die US-Wirtschaft sei fast wieder auf einem normalen Niveau, begründete er seine Ansicht. Außerdem nehme die Inflation zu und der Arbeitsmarkt sei gesund. Eine erste Anhebung noch im März sei damit "noch nicht vom Tisch", so Harker.

Auch Fed-Chefin Janet Yellen hat zuletzt die Notwendigkeit weiterer Erhöhungen betont, fraglich ist aber, wann dies der Fall sein wird. Commerzbank-Expertin Esther Reichelt relativierte aber die Aussagen Harkers. Er sei als "Falke" bekannt, also als Befürworter einer eher straffen Geldpolitik. "Seine Meinung spiegelt wohl nicht den Konsens der Fed wider", sagte Reichelt.

Der zweite Treiber des Dollar ist derzeit natürlich die neue Regierung. Präsident Trump will bekanntlich mit einem großen kreditfinanzierten Konjunkturprogramm die Wirtschaft ankurbeln. Dies aber könnte wiederum die Inflation anschieben, was dann die Notenbank zu drastischeren Maßnahmen zwingen würde. All dies spricht für den Dollar, zumal in Europa, Japan und Großbritannien ein Ende der expansiven Geldpolitik nicht in Sicht ist.

rm

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