Derivate

Symbol für Sicherheitsgurt

Zertifikate gegen die Jojo-Börse Zeit für Discounter?

Stand: 24.05.2016, 11:54 Uhr

Der Dax pendelt wild zwischen 9.700 und 10.000 Punkten hin und her. Raumgewinn unter dem Strich: Bislang keiner. Mit einem Discount-Zertifikat kann man von der Seitwärtsbewegung profitieren, und sich gleichzeitig gegen starke Kursrückgänge schützen.

Die Analysten der Deutschen Bank haben just am Montag ein Szenario für den weiteren Verlauf des Börsenjahres augestellt: Für die europäischen Aktienmärkte sehen sie nach einer aktuellen Studie "kein weiteres Potenzial". Die Börsen seien zwischen Politik, Notenbank-Geldfluten und einer brüchigen Konjunktur in China gewissermaßen gefangen. Zu deutsch: Das Hü und Hott in Dax & Co. könnte auch für den Rest des Börsenjahres bestehen bleiben.

Die Einschätzung findet bestätigt, wer sich den Dax in seiner engen Handelsrange der vergangenen Wochen anschaut. Der Index pendelt seit Anfang Mai in einer 300-Punkte-Range, ohne eine klare Richtung einschlagen zu wollen.

Puffer bis zu Cap

Wer der Pendelbewegung entfliehen will und ohnehin nicht mehr an große Sprünge beim Dax in den kommenden Monaten hofft, für den bietet sich derzeit vielleicht in einem Discount-Zertifikat die richtige Parkstation. Die Zertifikate-Art ist bei Anlegern überaus beliebt. Ein Discounter bietet einen Puffer bei Kursverlusten des Basiswertes bis zu einem bestimmten Niveau, dem "Cap". Unterschreitet er diesen Bereich, verwandelt sich das Zertifikat in ein normales Index-Zertifikat, das dem entsprechenden Börsen-Barometer exakt folgt.

Nach oben sind die Kurschancen bei den Zertifikaten durch die Struktur des Zertifikates dafür ebenfalls begrenzt, dies ist der Preis für den Puffer nach unten. Dafür aber lockt eine "Seitwärtsrendite": Auch wenn der Dax sich beispielsweise bis zum Jahresende nicht mehr nach oben bewegt, heimst das Zertifikat Gewinne ein.

Auszahlungsprofil Discount-Zertifikat

Auszahlungsprofil Discount-Zertifikat. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Unter den vielen Tausend in Deutschland verfügbaren Discount-Zertifikaten kann sich der Anleger "sein" Szenario beinahe maßschneidern. Er kann die Restlaufzeit des Wertpapiers ebenso fast frei auswählen, wie den Cap, der gewissermaßen das Abwärtsrisiko und damit auch die Seitwärtsrendite bestimmt.

Riskanter oder konservativer?

Wer den Dax in einer engen Range sieht und nicht allzu viel Rückschlagsgefahr sieht, der kann etwa zu einem Discounter der Deutschen Bank (WKN: DT0MUH) greifen. Hier liegt der Cap bei 9.400 Punkten, was einem Discount von knapp zehn Prozent entspricht. Bewegt sich der Dax bis zur Fälligkeit des Papiers Ende Dezember nicht mehr vom Fleck, dann lockt hier eine aufs Jahr hochgerechnete Rendite von 8,5 Prozent.

Eine etwas konservative Variante bietet ein Zertifikat mit Cap 8.700 der französischen BNP Paribas (WKN: BP5603). Hier liegt der Cap mit 8.700 Punkten um fast 15 Prozent unter dem derzeitigen Dax-Stand. bis Dezember sind hier immerhin noch 5,5 Prozent (aufs Jahr gerechnet) drin, sollte der Dax nicht unter diese Marke fallen. Verluste macht der Anleger erst, wenn der "Break Even" des Zertifikates unterschritten wird. Der liegt derzeit bei 8.440 Punkten, also einen kleinen Crash beim Dax entfernt.

AB

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