Optionsschein-Schriftzug durch eine Lupe

Wette auf Kursentwicklungen Wie funktionieren Optionsscheine?

von Notker Blechner

Stand: 21.04.2017, 10:52 Uhr

Der Optionsschein-Markt gilt als "Wettbüro" der Börse. Risikofreudige Anleger können mit dem Spekulieren auf steigende oder auch fallende Kurse satte Profite erzielen - dank eingesetzter Hebel. Optionsscheine dienen aber auch zur Depot- und Währungsabsicherung.

Puts, Calls und Spreads - es klingt wie eine Traumwelt, in der sich das große Geld machen lässt. Auf Anlegermessen locken zahlreiche Anbieter Privatanleger zu Investments in Optionsscheine. Die Stuttgarter Börse hat ein spezielles Handelssegment, die Euwax, geschaffen, die Tausende von Optionsscheinen handelt.

Zeitlich begrenzte Rechte

Tatsächlich sind Optionsscheine kein Teufelszeug. Sie sind zeitlich begrenzte Rechte, die dem Besitzer ermöglichen, eine Aktie innerhalb der Laufzeit zu einem bestimmten Preis, dem Basispreis zu kaufen oder zu verkaufen.

Das Prinzip entspricht einer Wette: Der Anleger wettet, dass der Kurs zum Beispiel einer BASF-Aktie innerhalb eines halben Jahres über einen bestimmten Betrag hinaus steigt (Call) oder fällt (Put). Der Anleger kann also auch verdienen, wenn der Aktienkurs nach unten rutscht. Er muss sich nur festlegen - und am Ende richtig liegen.

Erste Variante: Calls

Grafische Darstellung von

Option. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Es gibt zwei Varianten: Kauf-Optionsscheine (Calls) und Verkaufs-Optionsscheine (Puts). Spekuliert der Anleger auf steigende Kurse, setzt er auf Calls. Ein Beispiel: Kauft er Calls auf BASF zu einem Basispreis von 96 Euro, macht er Gewinn, wenn die derzeit bei 88,80 Euro notierende Aktie bei Fälligkeit des Optionsscheins deutlich über das Niveau von 96 Euro gestiegen ist. Entscheidend ist dabei der ausgewählte Hebel. Ein zweifacher Hebel etwa besagt, dass der Wert des Optionsscheins zweimal so stark steigt wie der Wert der Aktie, also der Basiswert. Sinkt jedoch der Kurs der BASF-Aktie, geht der Anleger leer aus. Er erleidet einen Verlust in der Höhe des damaligen Optionsschein-Preises.

Zweite Variante: Puts

Der innere Wert einer Put-Option

Der innere Wert einer Put-Option. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Umgekehrt läuft es beim Put, wo der Anleger auf fallende Kurse spekuliert. Erwirbt er Puts auf BASF zu einem Basispreis von 76 Euro, macht er Gewinn, wenn der Dax-Titel klar unter dieses Niveau zum Stichtag fällt. Steigt der Kurs jedoch über den Basispreis, wird die Ausübung des Optionsrechts sinnlos.

Insofern ist der Handel mit Optionsscheinen relativ riskant. Wer das komplexe Geschäft nicht beherrscht, kann leicht Schiffbruch erleiden. Im Extremfall droht der Totalverlust. Folglich raten seit Jahren Aktionärsschützer unerfahrenen Privatanlegern davon ab, in Puts und Calls zu investieren.

Auch zur Depotabsicherung geeignet

Tatsächlich eignen sich Optionsscheine auch als Depotversicherung. Wer eine Korrektur am Aktienmarkt erwartet, kann durchaus das gesamte Depot oder einzelne Aktien mit Verkaufs-Optionsscheinen absichern. Anleger können nicht nur auf Aktien, sondern auch auf Indizes wie den Dax, auf Währungen sowie auf Rohstoffe Optionen abschließen.

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