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Themen-Zertifikate

Themen-Zertifikate Jagd auf den Anlagetrend

Stand: 03.02.2017, 16:29 Uhr

Der Wandel von Industrie und Gesellschaft lässt in kurzer Zeit neue Märkte entstehen und Unternehmen aufsteigen. Auch als Anleger kann man von schnell entstehenden Trend-Themen profitieren. Entsprechende Zertifikate können dabei helfen.

Die Welt steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist in vollem Gange, Big Data macht Bürger transparent und beschleunigt Prozesse in der Wirtschaft. Roboter werden massenhaft in der Industrie und wohl bald auch in Privathaushalten eingesetzt. Gleichzeitig sorgt die Überalterung der "westlichen" Gesellschaften für hohe Nachfrage nach bestimmten Produkten und Dienstleistungen.

Möglichst früh auf neuen Hype setzen

Mit Themen- oder Basket-Zertifikaten lässt sich recht aktuell auf anstehende oder bereits laufende Entwicklungen setzen. Denn aufstrebende Unternehmen in spannenden, wachstumsträchtigen Industrien versprechen auch der Börse Kursfantasien. Der steigende geschäftliche Erfolg, aber auch Übernahmenfantasien versprechen Gewinne auch für Anleger, die früh genug einen anstehenden neuen "Hype" erkennen und auf ihn setzen (s. unsere Galerie: Anlage-Hype per Zertifikat).

Die Zertifikate-Industrie kann dabei nützliche Produkte bereitstellen. Per Zertifikat kann auf zum Teil eigens definierte Indizes gesetzt werden, in denen die Aktien der wichtigsten Vertreter einer neuen Super-Branche versammelt sind. Die Emittenten kurbeln das Geschäft mit immer neuen Ideen für geeignete Themen-Baskets freilich aus Eigeninteresse an. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Investmentfonds oder passiven Indexfonds (ETFs) können Zertifikate mit relativ geringem Aufwand und in kurzer Zeit emittiert werden.

Themen mit begrenzter Haltbarkeit

Der Hype um eine neue Wachstumsindustrie kann allerdings auch kurzlebig ausfallen. Binnen weniger Jahren werden Überkapazitäten aufgrund der Nachfrage nach neuen Produkten geschaffen, Preisverfall ist die Folge. Auch dieses Phänomen schlägt sich schnell in einem Themen-Zertifikat nieder - und zwar in sinkenden Kursen. Bestes Beispiel war in den vergangenen Jahren der Auf- und Niedergang der Preise für Solarzellen und -Produkte. Er lässt sich zum Beispiel im heute noch erhältlichen "Solar-World"-Zertifikat der Société Générale (WKN SG0SUN) ablesen, das drastisch an Wert verloren hat.

Themenideen, die in Zertifikateform gegossen wurden, kann auch schlicht die Grundlage verloren gehen. Im Jahr 2013 etwa machte ein Zertifikat Furore, mit dem auf das Verhältnis der beiden Ölsorten Brent und WTI gesetzt werden konnte. Bereits in den Jahren zuvor hatte sich der Preis für die Nordseesorte Brent deutlich besser entwickelt als die US-Sorte WTI. Mit dem Zertifikat (WKN SG12RH) konnte - erfolgreich - auf die Einengung des "Spreads" zwischen beiden Preisen gesetzt werden. Die Anomalie verschwand allerdings nach rund zwei Jahren wieder. Das Zertifikat wurde folgerichtig durch den Emittenten, ebenfalls die Société Générale, gekündigt.

Eigenarten von Zertifikaten beachten

Neben einer regelmäßigen Überprüfung "seines" Anlagethemas sollte der Investor auch zwei weitere produktbezogene Faktoren nicht außer acht lassen: Einerseits handelt es sich rechtlich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen der emittierenden Bank. Es befinden sich also nicht die Aktien aus dem Robotik- oder Social-Media-Bereich im eigenen Depot, sondern es wird lediglich deren Wertentwicklung "nachgeahmt".

Und nicht zuletzt lässt sich der Emittent seinen Service der Auswahl der jeweiligen Themen-Aktien natürlich bezahlen. Eine jährliche Kostenquote von einem Prozent, die in den Zertifikate-Kurs eingerechnet wird, ist üblich. Das Thema, auf das per Zertifikat gesetzt wird, sollte also auch wirklich "fliegen".

AB

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