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Behörden prüfen Regulierung China gegen "Krypto-Börsengänge"

Stand: 04.09.2017, 14:21 Uhr

Im Umgang mit den Cyberwährungen wie Bitcoin & Co. tun sich die Regulierungsbehörden überall auf der Welt schwer. In China wurden nun so genannte "ICO", Börsengänge auf Basis von Kryptowährungen, kurzerhand verboten.

Die ICO, Kürzel für "Initial Coin Offerings" seien eine "Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen", hieß es von der chinesischen Zentralbank zur Begründung der Maßnahme. Laut Experten wollen die Behörden das Phanomen der ICOs zunächst einmal besser verstehen und herausfinden, wie man es am besten regulieren kann.

Token statt Aktien

Bei dieser Form eines "Krypto"-Börsengangs werden anders als bei einem echten Börsengang (IPO, Initial Public Offering) keine Aktien ausgegeben. Das Unternehmen, das ein ICO als Instrument der Kapitalbeschaffung nutzt, gibt an die Teilnehmer des Quasi-Börsenganges vielmehr "Token" aus, die an speziellen Börsenplätzen gehandelt werden können. Mit jedem Börsengang wird eine eigene Cyberwährung geschaffen, die wie Bitcoin oder Ethereum auf der Blockschain-Technologie basiert. Beim Investment in ein ICO setzen die Anteilseigner dann darauf, dass sich der Wert der jeweiligen Krypto-Währung zusammen mit dem Erfolg des jeweils finanzierten Unternehmens steigert.

Was wie Finanz-Science-Ficton klingt, hat gerade in China einen kleinen Boom an ICOs ausgelöst. Im laufenden Jahr fanden bereits 65 solcher Platzierungen statt, insgesamt wurden umgerechnet mehr als 330 Millionen Euro dabei eingesammelt.

SEC und BaFin in Zugzwang

Auch in den USA sind ICOs bereits bekannt. Im vergangenen Jahr lag das Volumen dabei bei 101 Millionen Dollar, im laufenden Jahr kamen aber schon 180 Millionen Dollar zusammen. Im Juli hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC angedeutet, dass sie die amerikanische Wertpapiergesetzgebung auf ICOs anwenden könnte, auch die deutsche Wertpapieraufsicht BaFin hat Bitcoins und andere Cyberwährungen bereits als "Finanzinstrumente" eingeordnet. Damit dürfte man sich auch hier mit Fragen der Regulierung beschäftigen.

Derweil liegen Krypowährungen weiter heftig im Trend. Zwar rutschte der Kurse des Bitcoin nach dem erneuten Atomwaffentest in Nordkorea um sieben Prozent ab. Die Währung hatte sich in der vergangenen Woche aber bereits knapp an die neue Höchstmarke von 5.000 Dollar herangemacht.

Litecoin, der nächste Renner?

Noch heftiger waren die Wertzuwächse zuletzt aber bei den "alternativen" Kryptowährungen wie Ethereum und Litecoin. Der Wert des Litecoin kletterte in der verrgangenen Woche binnen zweier Handelstage um 43 Prozent auf knapp 100 Euro. Vorangegangen war ein Test der "Lightning"-Technologie: Sie soll es ermöglichen, Millionen von Transaktion pro Sekunde durchzuführen. Schon jetzt können per Litecoin vier Mal so viele Transaktionen abgebildet werden wie per Bitcoin.

AB

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