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Derivate

Geschäftsmann auf Hochseil über einer Stadt balancierend

Reverse-Bonus-Zertifikat als Sicherung

Airbag für den Trump-Crash

Stand: 12.01.2017, 11:28 Uhr

Den großen Aufbruch an den Aktienmärkten hat der neue US-Präsident Donald Trump bei seiner Pressekonferenz am Mittwoch nicht eingeläutet - im Gegenteil. Ein Anlageprodukt, das auch in kritischen Börsenzeiten Rendite einfahren kann, ist das Reverse-Bonus-Zertifikat.

Die Skepsis ist an die Börsen zurückgekehrt. Eine Antwort auf die Unsicherheit über den Verlauf der Märkte in den kommenden Monaten kann eine spezielle Form des Bonus-Zertifikates sein. Mit einem Reverse-Bonus-Produkt kann der Anleger von fallenden Aktienmärkten profitieren, gewinnt aber auch, wenn die Börsen bis zu einem gewissen Punkt steigen.

Zehn Prozent Rendite, auch bei null Bewegung

Wie weit entfernt dieser Punkt ist, beim Reverve-Bonus-Zertifikat die "Barriere", das sollte sich der Investor vor dem Kauf des Produkts gut überlegen. Geht er eigentlich von fallenden Märkten aus, möchte sich aber bis zu einem Anstieg von zehn Prozent des Dax' von seinem jetztigen Stand absichern, dann läge diese Barriere bei etwa 12.800 Punkten. Berührt oder überschreitet ein Zertifikat mit dieser Barriere in den kommenden neun Monaten diesen Dax-Stand nicht, dann wird zum Beispiel ein Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DL8LWU) zu 100 Euro zurückgezahlt. Da es derzeit an der Börse zu 90,24 Euro zu haben ist, wäre dies eine Rendite von 10,5 Prozent, was einer jährlichen Rendite von 16 Prozent entspricht.

Diese Rendite wirft das Zertifikat aber auch dann ab, wenn der Dax wie erwartet fällt. Der Anleger ist also gleich bei mehreren Szenarien auf der Gewinnerstraße. Gerade bei richtungslosen Märkten, die vielen Aktienanlegern wie zuletzt viele Nerven kosten, dient ein solches Produkt als ausgleichendes Element im Depot.

Nach Barriere-Bruch wird es ungemütlich

Kritisch wird es im genannten Beispiel, wenn die Barriere verletzt oder auch nur berührt wird. Dann vollzieht das Zertifikat die Performance "spiegelbildlich" nach. Die positive Performance des Dax' seit dem Kauf des Zertifikates bedeutet dann den entsprechenden Wertverlust beim Zertifikat am Tag der Auszahlung.

Theoretisch kann bei Reverse-Zertifikaten sogar zum Totalverlust kommen. Das ist dann der Fall, wenn neben der Barriere noch ein Reverse-Level gerissen wird, der noch weiter entfernt vom Ausgangsniveau liegt. Im oben genannten Fall wäre dies ein Dax-Stand von 20.000 Punkten. Dass dieser allerdings bis September erreicht wird, dürfte wohl kaum ein Börsenexperte annehmen, er dürfte nicht einmal erreicht werden, wenn Donald Trump vom Amt des US-Präsidenten wieder zurücktritt.

Emittentenrisiko im Auge behalten

Nicht vergessen sollte der Anleger auch, dass es sich bei einem Zertifikat stets rechtlich um die Schuldverschreibung eines Emittenten handelt. Sollte dieser während der Laufzeit des Produkts pleite gehen, droht ebenfalls ein Totalverlust. Angesichts des angeblichen sehr guten Verhältnisses von Donald Trump zur Deutschen Bank dürfte aber auch dieses Ereignis höchst unwahrscheinlich sein.

AB

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