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US-Gläubiger

Führungswechsel bei der Gläubiger-Rally

Japan ist die neue Nummer eins

Stand: 16.12.2016, 14:22 Uhr

Fast 20 Billionen Dollar betragen die Staatsschulden der Vereinigten Staaten. Lange Zeit war das aufstrebende China der größte Gläubiger. Das hat sich nun geändert.

Japan hat China nach neuesten Daten als größten Gläubiger der USA abgelöst. Danach hielt Japan im Oktober amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,131 Billionen Dollar. China besaß dagegen nur US-Staatsanleihen im Wert 1,115 Billionen. Das geht aus Daten des Finanzministeriums in Washington hervor. Damit hat China seit Jahresanfang rund 10,5 Prozent der gehaltenen Staatsanleihen verkauft. In der Spitze hielt die Volksrepublik im November 2013 amerikanische Anleihen im Wert von 1,32 Billionen Dollar.

China hatte jahrzehntelang deutlich mehr Waren in die USA exportiert als im Gegenzug importiert. Die so erwirtschafteten Dollar-Bestände wurden in US-Staatsanleihen reinvestiert. Außerdem konnte so verhindert werden, dass die eigene Währung, der Yuan, zu stark aufwertet.

Diese Politik scheint nun fürs erste beendet zu sein. Denn seit 2014 wertete der US-Dollar tendenziell gegenüber dem chinesischen Yuan auf. Um dem nun entgegenzuwirken, setzte China seine Dollarbestände ein, um damit Yuan kaufen und ihn damit zu stützen.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
111,43
Differenz relativ
+0,15%

Anders verlief die Entwicklung beim japanischen Yen. Dieser gewann von Mitte 2015 bis Herbst 2016 gegenüber dem Dollar deutlich an Wert. Der japanischen Notenbank war das gar nicht recht, ist doch Japan ebenfalls von seinen Exporten nach Amerika abhängig. Zur Schwächung der eigenen Währung kaufte Japan US-Staatsanleihen und verkaufte im Gegenzug den Yen. Japan konnte so die Aufwertung seiner Währung stoppen. Inzwischen wertet der US-Dollar wieder deutlich gegenüber dem Yen auf. Japans Ziel wurde damit erreicht.

ME

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