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German Pellets: Keine Insolvenz in Eigenverwaltung

Stand: 11.02.2016, 14:54 Uhr

Das Amtsgericht Schwerin hat die endgültige Entscheidung über die Art des Insolvenzverfahrens des Holzverarbeiters German Pellets vertagt. Die Insolvenz in Eigenverwaltung wurde vorerst abgelehnt.

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung kann das Management unter Aufsicht eines Sachverwalters selbst die Rettung in Angriff nehmen. Doch dieser Schritt wurde German Pellets vom Amtsgericht Schwerin vorerst verwehrt.

Das Unternehmen habe einen Gläubigerausschuss präsentiert, den das Gericht nicht akzeptierte. Das sagte ein Sprecher von Frank Günther, der das Unternehmen sanieren soll. Der Restrukturierungsexperte war erst gestern in die Geschäftsführung berufen worden.

Anlegerstruktur "sehr unübersichtlich"

Der Gläubigerausschuss soll den Insolvenzverwalter unterstützen und ihm auf die Finger schauen. Da der Ausschuss alle Geschädigten vertreten soll, muss er der Anlegerstruktur entsprechend zusammengesetzt werden. Doch die ist im Fall von German Pellets "sehr unübersichtlich", so die Direktorin des Amtsgerichts Schwerin Monika Köster-Flachsmeyer.

Lohn von der Arbeitsagentur

Die 650 Mitarbeiter von German Pellets erhalten ihren Februar-Lohn von der Arbeitsagentur. Die Behörde zahlt für drei Monate Insolvenzgeld. Danach müssen die Entgelte für die Mitarbeiter aus der Insolvenzmasse bezahlt werden. Oder die Beschäftigten bekommen Arbeitslosengeld, wenn der Betrieb schließt.

Der Holzverarbeiter German Pellets hatte gestern Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte drei Anleihen begeben, deren Handel mit Bekanntwerden des Insolvenzantrags vom Handel ausgesetzt wurde. Das Volumen liegt bei insgesamt 250 Millionen Euro. Den Anleihegläubigern drohen hohe Verluste oder gar der Totalausfall.

cw

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