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Internet

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale

Patente und Immobilien zu verkaufen

Yahoo will Tafelsilber veräußern

Stand: 04.03.2016, 09:30 Uhr

Der kriselnde Internetkonzern setzt seine Schrumpfkur fort. Nicht strategische Vermögenswerte wie Patente und Immobilien sollen abgestoßen werden. Auch das Kerngeschäft könnte verkauft werden.

Mit einem großen Umbau, massiven Stellenstreichungen und dem Verkauf von Firmenteilen will Yahoo-Chefin Marissa Mayer das Ruder beim Internet-Pionier herumreißen. So will Yahoo künftig auf die Produktion von Fernsehserien verzichten, einige seiner Online-Magazine schließen oder konsolidieren und Dienste wie Yahoo Games einstellen. Zudem werden mehr als 1.500 Jobs abgebaut.

Nun geht es auch ans Tafelsilber. Yahoo erwäge den Verkauf von Patenten und Immobilien, sagte Finanzchef Ken Goldman am Donnerstag auf einer Technologiekonferenz. Davon erhofft sich der Internet-Pionier eine Summe von einer bis drei Milliarden Dollar. Ein Gremium soll rasch einen solchen Schritt prüfen.

Mehrere Interessenten für das Kerngeschäft

Selbst eine Übernahme des Kerngeschäfts wird nicht mehr ausgeschlossen. Es werden "strategische Alternativen" geprüft. Laut einem Insider interessiert sich der Time-Verlag für das Kerngeschäft. Auch der Telekom-Konzern Verizon, Internet-Unternehmer Marc Andreessen und der Finanzinvestor Silver Lake gelten als mögliche Kaufkandidaten.

Am wahrscheinlichsten ist, dass Yahoo sein Kerngeschäft in eine neue Gesellschaft abspaltet und von der Beteiligung am chinesischen Internetkonzern Alibaba trennt. Yahoo will sich künftig auf die drei Säulen Internet-Suche, Mail und die Blog-Plattform Tumblr fokussieren. Bei den Medienangeboten setzt der Internet-Pionier auf Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle.

Mit dem Rücken zur Wand

Der einstige Vorreiter bei der Onlinesuche und E-Mails steht derzeit mächtig unter Druck. Im vierten Quartal fiel wegen Abschreibungen auf Firmenteile ein Verlust von 4,43 Milliarden Dollar an. Die Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten gut ein Viertel an Wert. Seit Mitte Februar hat sich der Internet-Titel etwas gefangen und rund 20 Prozent wieder zugelegt.

nb

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