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Internet

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale

Möglicher Verkauf des Internetgeschäfts

Yahoo trennt sich von seinen Wurzeln

Stand: 29.03.2016, 09:25 Uhr

Der Internet-Pionier steht vor seiner Zerschlagung. Yahoo sucht angeblich bis Mitte April einen Käufer für sein Kerngeschäft, also die Internet-Suche und die Maildienste. Was bleibt dann noch von Yahoo? Was wird aus Chefin Marissa Mayer?

Die Großaktionäre haben sich offenbar durchgesetzt. Das einstige Internet-Urgestein plant nun wohl doch die Abspaltung des schwächelnden Internet-Kerngeschäfts. Wie das "Wall Street Journal" am Montag berichtete, hat Yahoo einen Brief an potenzielle Käufer versandt. Die Interessenten sollen bis zum 11. April ihre Gebote und Einzelheiten zur Finanzierung sowie den benötigten Genehmigungsvorlegen vorlegen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Insiderquellen. Bis zum Sommer könnte dann der Verkauf des Ursprungsgeschäfts von Yahoo abgeschlossen sein.

Microsoft will Yahoo stützen

Yahoo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Als mögliche Kaufinteressenten werden Microsoft, Verizon Communications und der "Time"-Verlag gehandelt. Am Wochenende sickerte bereits durch, dass Microsoft über einen Finanzierungsbeitrag für den Kauf von Yahoo berät. Die Gespräche mit führenden Microsoft-Managern befänden sich aber noch in einem frühen Stadium, sagte ein Insider. Microsoft sei vor allem daran interessiert, die mit Yahoo bestehenden Vereinbarungen im Suchmaschinengeschäft und im Werbebereich zu erhalten.

Yahoo will offenbar nur an seinem Kronjuwel festhalten, der milliardenschweren Beteiligung am chinesischen Online-Händler Alibaba. Seit 2005 hält der Internetkonzern 15 Prozent Anteile an Alibaba.

Starboard will Yahoo-Management absetzen

Der Streit mit dem Finanzinvestor und Yahoo-Aktionär Starboard könnte aber die Aufspaltung von Yahoo verzögern. Starboard forderte am vergangenen Donnerstag in einem Brief an die Yahoo-Anteilseigner, das oberste Führungsgremium komplett auszutauschen. Auch Firmenchefin Marissa Mayer solle gehen. Der Finanzinvestor, der 1,7 Prozent an Yahoo hält, monierte die trostlose finanzielle Entwicklung, die schwache Unternehmensführung und die zu hohen Management-Gehälter bei Yahoo.

Marissa Mayer

Marissa Mayer. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Internet-Konzern teilte mit, die Vorschläge zu prüfen. Es droht nun eine Kampfabstimmung bei der nächsten Aktionärsversammlung. An Yahoo sind auch die Fondsgesellschaften Fidelity und Blackrock sowie die Bank Goldman Sachs beteiligt.

Die Yahoo-Aktie legt am Dienstag im Frankfurter Handel um rund ein Prozent zu. In den vergangenen zwölf Monaten büßte der Internet-Titel gut ein Viertel an Wert ein.

nb

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