Seitenueberschrift

Internet

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale

Geschäfte laufen weiter schlecht

Yahoo muss noch mehr abspalten

Stand: 22.04.2015, 07:56 Uhr

Erst die Ausgliederung der Beteiligung an Alibaba, nun steht Yahoo offenbar auch vor dem Verkauf seiner japanischen Tochter. Der Umbau des Internet-Konzerns gestaltet sich derweil weiter schwierig.

Die Zahlen zum ersten Quartal 2015 befriedigten Anleger jedenfalls nicht. Gestern Abend zuckte die Yahoo-Aktie im nachbörslichen Handel zunächst abwärts, nachdem Yahoo das Zahlenwerk nach Börsenschluss vorgelegt hatte - zunächst.

Der Gewinn dampfte von Januar bis März um mehr als 90 Prozent auf 21 Millionen Dollar ein. Und auch beim Umsatz lieferte Yahoo eher eine Enttäuschung. Ohne die Erlöse, die an Partnerwebsites abgegeben werden müssen, ging er um vier Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar zurück. Eine Enttäuschung aus Sicht der Analysten und auch Anleger.

Investieren in die Suche

Yahoo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
37,20
Differenz absolut
-1,41
Differenz relativ
-3,66%

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat dem einstigen Internet-Pionier ein Umbau-Programm verordnet, dass noch nicht recht greift. Neue Inhalte und Funktionen sollen neue Nutzer auf die Seiten des Unternehmens locken. Zudem hat Yahoo viel in die Vermarktung seiner Suchmaschine investiert und zum Beispiel erreicht, dass die Yahoo-Suche beim Internet-Browser Mozilla standardmäßig installiert ist. Dem Geschäft hat es bislang nicht geholfen.

Neun Milliarden Dollar heben

Der Aktie allerdings helfen regelmäßig Nachrichten zum Verkauf von Beteiligungen. Nachdem Mayer im Januar die Ausgliederung und den späteren Börsengang der 40 Milliarden schweren Beteiligung an der chinesischen Alibaba angekündigt hatte, zog die Yahoo-Aktie heftig an. Und die Ankündigung einer weiteren Verkaufsaktien bewahrte das Papier am gestrigen Abend auch vor einer weiteren Rutschpartie. Die Managerin kündigte an, "Optionen" für die Beteiligung an Yahoo Japan zu prüfen. Yahoo hält noch 35 Prozent an dem Unternehmen, deren Wert auf acht bis neun Milliarden Dollar geschätzt wird.

Damit würde Mayer auch dem Wunsch einiger Hedgefonds unter den eigenen Aktionären entsprechen. Der Hedgefonds Starboard Value etwa hatte dies mehrfach gefordert. Die Yahoo-Aktie reagierte jedenfalls direkt nach der Ankündigung mit einer Erholungsbewegung und schloss den außerbörslichen Handel sogar im Plus. Wie lange die "Abspaltungs-Fantasie" den Titel allerdings vor einem Absturz bewahren kann, bleibt abzuwarten.

AB

Darstellung: