Hans Rudolf Wöhrl

Bieterkampf mit Lufthansa? Wöhrl bietet für Air Berlin 500 Millionen Euro

Stand: 11.09.2017, 08:16 Uhr

Noch bis Freitag können Interessenten für die insolvente Air Berlin bieten - entweder für Teile oder für die komplette Air Berlin. Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Angebot schon abgegeben.

Wöhrl bietet nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Milliarde Euro für die insolvente Air Berlin. Seine Firma Intro teilte mit, sie habe am Sonntag per Fax ein entsprechendes Übernahmeangebot bei Air Berlin-Sachwalter Lucas Flöther eingereicht.

Strategische Partnerschaften möglich

An dem Angebot könnten sich auch Lufthansa, Condor, Tui, Germania sowie Niki Lauda beteiligen, erklärte Intro. Sie seien entsprechend informiert worden. Komme es aber zu keiner Beteiligung, sei man mit Investoren auch allein in der Lage, die Sanierung zu wagen.

Man sei bereit, Anteile sowohl an andere Investoren als auch an strategische Partner abzugeben. "Bei Fluggesellschaften gilt dies vor allen Dingen dann, wenn diese auch Flugzeuge chartern und entsprechende Auslastungsgarantien geben."

Bei Weiterverkauf: Gewinne für Mitarbeiter

Laut Intro bietet die zur Gruppe gehörende Aurum Project AG für die gesamte Air Berlin-Gruppe, wie sie per Ende 2016 bestanden habe. Der Kaufpreis solle in mehreren Tranchen gezahlt werden. Eine erste Rate von 50 Millionen Euro sei am Übernahmetag fällig. Die weiteren Tranchen seien abhängig vom Ergebnis und könnten sich auf bis zu 450 Millionen Euro belaufen.

Gebote für Air Berlin können bis Freitag 15. September abgegeben werden. Bis 21. September - auf der nächsten Gläubigerversammlung - soll über den Verkauf der Airline entschieden werden.

Es werde davon ausgegangen, dass Air Berlin bald wieder wachse "und demzufolge mindestens die heutige Anzahl von Mitarbeitern gebraucht werde", teilte Intro mit. Im Falle eines Weiterverkaufs erhielten die Mitarbeiter eine Gewinnbeteiligung von 100 Millionen Euro.

Die anderen Bieter

Für Air Berlin gibt es neben Wöhrl eine ganze Reihe von Interessenten. Derzeit gilt die Lufthansa als aussichtsreichster Bieter. Aber auch die britische Easyjet, der deutsche Ferienflieger Condor sowie das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht schauen sich die insolvente Airline an.

bs

1/15

Die Zwischenstops der Air Berlin Chronik

Kim Lundgren (l.) lässt Air Berlin im US-Bundesstaat Oregon als „Air Berlin Inc.

1978: Kim Lundgren legt den Grundstein

Kim Lundgren (l.) gründet die Fluggesellschaft. Er war zuvor Pilot bei PanAm. Der erste Flug von Air Berlin geht von Berlin-Tegel nach Mallorca.

Darstellung: