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Handelssaal der Frankfurter Börse

Wochenausblick

Dax - Kurs auf 13.000?

Stand: 07.05.2017, 11:08 Uhr

Trotz Hackerangriff auf Macron - er bleibt der Favorit der Aktienmärkte und hat auch die besseren Karten in der Frankreich-Wahl. Der Dax könnte in der neuen Börsenwoche Kurs auf die runde Marke von 13.000 nehmen. Oder war schon zu viel Party?

Klar, sollte ganz unerwartet Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National die Wahl gewinnen, würden die Börsen beben. So ganz einig sind sich die Börsenexperten aber nicht, wie die Fahrt an den Börsen weitergeht, wenn Emmanuel Macrons bei der Stichwahl am Sonntag über Le Pen siegt. Die Rekordjagd des Dax wird nach der Wahl wohl weitergehen, sagt etwa Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets: "Die Fahrt in Richtung 13.000 Punkte kann beginnen." Die Sorgen vor einem Zerfall der Eurozone hätten sich bislang in keiner der Entscheidungen der Wähler bestätigt. Ähnlich Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba, die bei einem Wahlsieg Macrons den Dax weiter steigen sieht.

Skeptisch ist dagegen Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank: "Die Märkte haben seit dem Sieg von Macron bei der ersten Wahlrunde im April schon einiges eingepreist." Investoren müssten sich daher noch etwas gedulden."Es steht viel auf dem Spiel", sagt auch Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Selbst wenn der als europa- und wirtschaftsfreundlich geltende Kandidat Emmanuel Macron der nächste Präsident Frankreichs werden sollte, dürften die Aktienmärkte wohl kaum ein Feuerwerk der Begeisterung abbrennen - weil schon im Voraus ordentlich Vorschusslorbeeren verteilt wurden.

Diese Vorschusslorbeeren waren in der Tat beachtlich. Zu Handelsschluss am Freitag erklomm der Dax mit 12.716,89 Punkten einen neuen Höchststand. Der Pariser Auswahlindex CAC40 stieg auf 5432,40 Zähler und lag damit auf dem höchsten Stand seit mehr als neun Jahren.

Entscheidend: Die Wahlen im Juni

Weitgehende Einigkeit herrscht unter Experten darüber, dass Frankreich auch bei einem Siegeszug Macrons mittelfristig noch einige Stolpersteine für die Börsen bereit. Denn der europafreundliche Politiker muss für seine geplanten Reformen noch eine parlamentarische Mehrheit organisieren, wie Axel Angermann, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Feri, erläutert. Völlig unklar ist, ob er das bei den Wahlen zur Nationalversammlung im Juni schafft.

Immerhin steigen mit einem Wahlsieg Macrons aber die Chancen auf Wirtschaftsreformen, betont Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Es muss dabei auch nicht unbedingt der große Wurf sein. Gezielte Liberalisierungsschritte am Arbeitsmarkt könnten am Ende große Wirkung zeigen und für neue Dynamik der zuletzt lahmen französischen Volkswirtschaft sorgen." Davon würde die gesamte Euro-Zone profitieren.

Weiter zur Tagesordnung

Die neue Börsenwoche hat aber auch so noch einiges für Anleger zu bieten. Die Berichtssaison der Unternehmen geht in ihre letzte heiße Woche. Dann präsentieren mit der Commerzbank, dem Autozulieferer Continental, dem Versorger Eon und dem Rückversicherer Munich Re gleich vier Dax-Konzerne ihre Quartalszahlen. Hinzu kommen reichlich Unternehmen aus den hinteren Reihen.

Angesichts dieser Zahlenflut treten die anstehenden Konjunkturdaten etwas in den Hintergrund. Auf dem Terminplan stehen am Montag die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Am Tag darauf folgen die Zahlen zur Industrieproduktion. "Die bis zuletzt sehr positiven Stimmungsindikatoren sprechen dafür, dass die deutsche Wirtschaft auch im Frühjahr spürbar zulegen wird", sagt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Am Freitag sind die entsprechenden Daten aus der Euro-Zone an der Reihe. Dieser Tag steht außerdem ganz im Zeichen der Inflation: Sowohl Deutschland als auch die USA veröffentlichen Daten zur Teuerung. Dies könnte Spekulationen um die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Fed neue Nahrung geben. Zum Wochenschluss steht außerdem die Schnellschätzung zum deutschen Bruttinlandsprodukt im ersten Quartal an.

bs

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Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate

Commerzbank

Nach einem aus Unternehmenssicht ruhigen Montag geht es ab Dienstag Schlag auf Schlag: Gleich drei Dax-Konzerne legen ihr Zahlenwerk vor. Die Commerzbank hat bei der Hauptversammlung vorige Woche schon mal Hoffnung gemacht: "Wir sind gut in das neue Jahr gestartet. Die Ergebnisse sind ordentlich ausgefallen. Insofern bin ich recht zufrieden", sagte Konzernchef Martin Zielke.

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