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Technologie

Ein Mann montiert einen Wincor Nixdorf-Geldautomaten

Umbau macht Fortschritte

Wincor macht Diebold Freude

Stand: 25.01.2016, 08:40 Uhr

Der vor der Übernahme durch den US-Konkurrenten Diebold stehende Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf blickt so optimistisch wie lange nicht in die Zukunft. Zur Freude der Aktionäre.

Zwar hat die Wincor-Aktie den von Diebold gebotenen Preis von 52,50 Euro noch nicht erreicht, doch die Richtung stimmt. Nach einem kräftigen Plus am Freitag legen die Papiere auch am Morgen überdurchschnittlich zu.

Damit reagieren die Anleger auf die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Paderborner Unternehmens, das nach den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres auch schon den Mut findet, seine Jahresprognose zu erhöhen.

Umsatz und Ergebnis wachsen zweistellig

Die Erlöse kletterten im ersten Quartal (Oktober bis Ende Dezember) des Geschäftsjahres 2015/16 um 14 Prozent auf 727 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Sonntagabend in einer Pflichtveröffentlichung mitteilte. Analysten hatten einen Umsatz von 654 Millionen Euro erwartet. Das operative Ergebnis (Ebitda) nach Restrukturierungsaufwendungen sprang 46 Prozent in die Höhe und vor Restrukturierungsaufwendungen sogar 78 Prozent. Das Unternehmen profitierte damit von einem Umbau und einer Neuaufstellung seines Geschäfts.

Wincor Nixdorf hob zudem seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2015/16 an. Das operative Ergebnis vor Restrukturierungsaufwendungen werde voraussichtlich 160 bis 190 Millionen Euro betragen. Zuvor war der Geldautomatenhersteller von lediglich 150 Millionen Euro ausgegangen. Erwartet würden außerdem positive Sondereffekte von bis zu 30 Millionen Euro. Beim Umsatz werde weiterhin ein leichtes Wachstum anvisiert.

Partnersuche in China

Wincor Nixdorf führt nach eigenen Angaben auch Kooperationsgespräche in China. Derzeit werde mit einem chinesischen Partnerunternehmen über dessen mehrheitliche Beteiligung an einem Joint-Venture für das bisherige Geschäft von Wincor Nixdorf in der Volksrepublk verhandelt, teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Paderborner Geldautomatenhersteller steht kurz vor der Übernahme durch seinen US-Konkurrenten Diebold. Gemeinsam kommen Diebold und Wincor auf 4,8 Milliarden Euro Umsatz und könnten damit zum Weltmarktführer NCR aus den USA aufschließen. Diebold und Wincor reagieren mit der Fusion auf den Umbruch in der Geldautomaten-Branche. In Ländern wie den USA oder Schweden spielt Bargeld eine immer geringere Rolle, so dass sich die Hersteller nach anderen Erlösquellen, etwa als Software- und Dienstleistungs-Anbieter, umsehen müssen.

Warten auf endgültiges Kaufangebot

Händler lobten die Quartalszahlen und zeigten sich überrascht von den schnellen Restrukturierungserfolgen des Unternehmens. Zudem sollte das endgültige Angebot von Diebold an alle Aktionäre in den kommenden Wochen kommen, was sich ebenfalls positiv auswirke. Die Amerikaner bieten derzeit 52,50 Euro je Wincor-Aktie.

lg

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