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Diebold-Logo über der Wincor-Nixdorf Unternehmenszentrale

Übernahme für 1,7 Milliarden Euro

Wincor Nixdorf kommt unter die Haube

Stand: 23.11.2015, 14:47 Uhr

MDax-Konzern Wincor Nixdorf wird amerikanisch: Der US-Rivale Diebold kauft den Geld- und Kassenautomaten-Hersteller und zahlt dafür einen ordentlichen Aufschlag. Das bringt der Wincor-Aktie Schub.

Diebold bietet für eine Wincor Nixdorf-Aktie 38,98 Euro in bar sowie 0,434 Diebold-Anteile. Damit wird eine Wincor-Nixdorf-Aktie laut Angebotsprospekt mit 52,50 Euro bewertet. Der tatsächliche Preis hängt vom aktuellen Diebold-Kurs sowie dem Euro-Dollar-Verhältnis ab, doch er bietet einen ordentlichen Aufschlag zum aktuellen Kurs.

Am Freitag war die Aktie zum Ende des Xetra-Handels 47,70 Euro wert. Heute zeigt sich vorbörslich daher ordentlich Bewegung, die Papiere springen 11 Prozent in die Höhe bis auf 51 Euro.

Gemessen am Übernahmeangebot wird Wincor insgesamt - inklusive Schulden - mit bei 1,7 Milliarden Euro bewertet. Damit liegt die Größenordnung der Transaktion im Rahmen der Ankündigung von Mitte Oktober als die beiden Unternehmen die Übernahmegespräche publik gemacht hatten.

Diebold Nixdorf spart Kosten

Das fusionierte Unternehmen wird Diebald Nixdorf heißen. Neuer Konzernchef wird Diebold Chef Andy Mattes. Wie Wincor mitteilte, ist man über die Eckdaten des sich seit Monaten anbahnenden Zusammenschlusses einig. Der Vorstand um Eckard Heidloff, der sich lange gegen den Verkauf gesträubt hatte, sowie der Aufsichtsrat unterstützten das Angebot. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen 67,6 Prozent der Wincor-Anteilseigner ihre Papiere tauschen.

Nixdorf hofft, durch den Zusammenschluss Kostensynergien von 160 Millionen Dollar heben zu können. Durch die Fusion könne die Digitalisierung in der Bankenbranche vorangetrieben werden, wie es in Konzernkreisen hieß.

Eine neue Nummer 1 ensteht

Die beiden sind die Nummern 2 und 3 der Geldautomaten-Hersteller. Wincor, die Nummer 3, ist stark im Europa-Geschäft, Diebold in den USA. Allerdings agiert Diebold auch schon in Europa, es gibt also Überschneidungen. Gemeinsam werden sie zur Nummer 1 avancieren mit einem Marktanteil von 35 Prozent, wodurch sie den bisherigen Branchenprimus NCR mit 25 Prozent Marktanteil auf den zweiten Platz verweisen.

Die Branche leidet unter den Sparmaßnahmen der Banken und Filialschließungen. Viele Unternehmen versuchen deshalb, den Sprung zum Software- und Dienstleistungs-Anbieter zu schaffen. Bei Wincor liegt der Anteil dieser Geschäftsbereiche bereits bei 60 Prozent. Das Paderborner Unternehmen hatte bereits ein Sanierungsprogramm gestartet. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Von rund 9.200 Arbeitsplätzen sollen rund 1.100 Jobs gestrichen werden, davon 500 in Deutschland, wie das Unternehmen im April bekanntgegeben hatte.

Diebold mit Sitz in North Canton (US-Bundesstaat Ohio) ist mit 16.000 Beschäftigten weit größer, bietet aber nicht nur Geldautomaten, sondern etwa auch Scanner-Kassen für Supermärkte an. Diebold war 1859 als Hersteller von Banksafes gegründet worden.

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Der größte Deal des Jahres kam aus der Pharmabranche: Für 160 Milliarden Dollar schluckte der Pharmariese Pfizer den Botox-Hersteller Allergan. Es ist nach Vodafone-Mannesmann die zweitgrößte Übernahme der Geschichte. Zuvor hatte der israelische Teva-Konzern, bekannt durch die Marke Ratiopharm und weltgrößter Generika-Anbieter, das Generika-Geschäft des irischen Branchenkollegen Allergan für 40 Milliarden Dollar gekauft. Teva hatte ursprünglich Mylan Avancen gemacht.

bs

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