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Telekom

Timotheus Höttges

René Obermanns Erbe

Stellenstreichungen bei der Telekom

Tim Höttges meint es ernst mit dem Konzernumbau: Laut einem Pressebericht ist jetzt die hauseigene Produkt- und Innovationsabteilung an der Reihe. Mehrere hundert Mitarbeiter müssen zittern.

Die Deutsche Telekom gibt einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge die Entwicklung von eigenen Diensten für Endverbraucher wie etwa dem Musikdienst Musicload auf. Die hauseigene Produkt- und Innovationsabteilung solle nach dem Willen von Konzernchef Tim Höttges nur noch Erfindungen im Bereich Netztechnik wie etwa Router vorantreiben, berichtete das Magazin.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Nachfrage grundsätzlich den geplanten Umbau. Diesem sollen auch mehrere hundert Stellen zum Opfer fallen. Das solle im Zeitraum bis 2018 sozialverträglich geschehen. Insgesamt sind in der Abteilung rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Digitaler Traum geplatzt?   

Nach der Verwaltung und der Geschäftskundensparte T-Systems steht damit ein weiterer Konzernteil der Bonner vor dem Generalumbau. Für künftige neue Dienste im Endverbrauchergeschäft wolle Höttges nur noch Partnerschaften eingehen wie derzeit bereits mit dem schwedischen Musikstreaming-Anbieter Spotify, schreibt das Blatt.

Rene Obermann, Vorstand Deutsche Telekom

Rene Obermann, Ex-CEO . | Quelle: picture-alliance/dpa

Nach Einschätzung des "Manager Magazins" ist der Umbau ein Abschied von der Strategie des Vorgängers René Obermann. Der hatte das Ziel ausgegeben, bis 2015 rund 30 Milliarden Euro mit neuen digitalen Angeboten zu erwirtschaften. Tim Höttges hatte Obermanns Job Anfang 2014 übernommen.  

Citigroup meint es gut mit der Telekom

Das aktuelle Kursplus mit dieser Nachricht in Verbindung zu bringen wäre wohl eine übertriebene Interpretation. Derzeit liegt der Konzern mit einem Plus von fast drei Prozent auf 11,97 Euro an der Dax-Spitze. Die US-Bank Citigroup hat die Aktie der Deutschen Telekom zum Kauf empfohlen und das Kursziel von 12,00 auf 13,50 Euro angehoben.

Der Telekomkonzern befinde sich auf dem Weg zu langfristigen Steigerungen des Free Cashflow, schrieb Analyst Simon Weeden. Investitionen in das Netzwerk dürften sich auszahlen, das regulatorische Umfeld vereinfachen und obendrein winke ein lukrativer Verkauf der US-Tochter T-Mobile US. Bei rund zwölf Euro verläuft derzeit die 200-Tage-Linie. Sollten die Titel die Marke überschreiten, wären weitere Kursgewinne aus charttechnischer Sicht möglich.

ts

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