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Gerangel in der Branche

Wette auf Bwin-Übernahme

Stand: 18.05.2015, 14:32 Uhr

Unter den Wettanbietern hat ein munteres Bieten eingesetzt. Ziel der Begehrlichkeiten ist der österreichische Sportwetten- und Glücksspielanbieter Bwin. Dessen Aktie ist schon einmal im Wett-Modus.

Anleger setzen offenbar darauf, dass eine Übernahme durch einen kleineren Anbieter zustande kommt. Die Aktie, die in London notiert ist, kletterte um bis zu 13 Prozent. Zusammen mit einem weiteren Kursruck, der am Freitag erfolgte, ist die Aktie auf rund 110 Pence gestiegen. Im deutschen Handel kosten die Anteilsscheine derzeit 1,50 Euro, so viel wie zuletzt Ende vergangenen Jahres.

Summen noch unklar

Smartphone mit mobilem Angebot von bwin vor dem Hintergrund eines Fußballstadions

bwin Fußballwetten. | Bildquelle: Unternehmen

Das Interesse an der Aktie wird gleich durch zwei übernahmewillige Konkurrenten ausgelöst. Am Freitag hatte die Sportwettenfirma GVC mit Sitz auf der Isle of Man eine Offerte für Bwin angekündigt. Bwin heißt seit dem Zusammengehen mit dem US-Anbieter Partygaming offiziell Bwin.party. GVC hatte keinen Preis für die Übernahme genannt und zudem erklärt, es sei nicht sicher, ob der Deal die Zustimmung der Aktionäre erhalten werde.

Zuversichtlicher tritt nun zum Wochenbeginn der Glücksspiel-Anbieter 888 auf. Auch wenn bislang keine konkrete Kaufsumme genannt wird, hat 888 schon einmal angedeutet, dass seine Offerte aus einer Aktien- und einer Bar-Komponente bestehen wird.

Einen großen Aufschlag auf den stark gestiegenen Aktienkurs von Bwin wird es nach Ansicht von Analyst Simon Davis vom Vermögensverwalter Canaccord wohl nicht mehr geben. Er rechnet mit einer Offerte von etwa 115 Pence, je Anteilsschein. Immerhin könne ein anhaltender Bieterwettstreit den Preis noch ein bisschen treiben.

Klein schluckt groß

Unter den drei Firmen, die um eine Fusion rangeln, ist Bwin nach Börsenwert die größte. Das Unternehmen, das bis 2011 unter dem Label "bet-and-win" firmierte, kommt auf eine Marktkapitalisierung von 1,2 Milliarden Euro. 888 ist mit 800 Millionen Euro deultich kleiner, aber damit immer noch doppelt so groß wie GVC.

Die Wettanbieter sehen sich in vielen Ländern von Verboten für Sportwetten und Glückspiel außerhalb der staatlichen Anbieter bedroht. In Deutschland bewegen sich die Firmen und ihre Wetter in einer rechtlichen Grauzone.

Bwin-Aktie eine schlechte Wette

Für Aktionäre ging die Wette auf die Bwin-Aktie bislang nicht auf. Das Papier wurde in Deutschland bis 2006 noch zu Kursen um 20 Euro gehandelt, danach folgte eine lange Talfahrt.

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