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Außerbörslicher Handel

Wenn der Händler den Preis macht

Der Kauf und Verkauf von Aktien, vor allem aber Derivaten wie Zertifikaten oder Optionsscheinen ist schon lange nicht mehr den klassischen Börsenbetreibern vorbehalten. Der außerbörsliche Handel blüht.

Ein Börsenhändler telefoniert an seinem Arbeitsplatz im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main (Quelle: pa/dpa)

Börsenhändler in Frankfurt

Wer bei seiner Aktien-Order bei einem handelsüblichen Broker wie Comdirect, der DAB Bank oder CortalConsors einen Börsenplatz auswählt, kann sich auch vom eigentlichen Börsenhandel ganz verabschieden. Das Handelshaus Lang & Schwarz etwa bietet seit 1999 den Handel abseits der Börse an. Hier werden die Kurse nicht durch Angebot und Nachfrage ermittelt, sondern von den Händlern "gestellt", allerdings geschieht dies stets mit einem scharfen Blick auf die Kurse an den Börsen, die Lang & Schwarz zumindest nachbilden will.

Zertifikate mit dem Emittenten handeln
Bei Derivaten, zuvorderst Optionsscheinen, Zertifikaten und zunehmend auch den CFDs (Contracts for Difference) ersetzt der Direkthandel mit den Emittentenbanken die klassische Börse. Ein Hebelzertifikat der Citigroup auf den Dax wird direkt mit dieser gehandelt. Die Kurse werden dabei naturgemäß auch von dem Emittenten gestellt, auf der Basis interner Berechnungen. Dies dürfte denn auch der gravierendste Nachteil des Handels ohne Börse sein.

Die Vorteile für die Anleger liegen allerdings ebenfalls auf der Hand: Die angefragten Kurse für eine Order sind garantiert. Die Transaktion wird in Sekundenschnelle abgewickelt und die Kosten sind naturgemäß niedrig. Bei vermeintlichen Fehltrades ist der Anleger allerdings auf den Goodwill des Emittenten angewiesen. Einen Einblick in die Bepreisungs- und Berechnungsmethoden gerade im Derivate-Bereich wird er kaum erhalten.

Mehr Geschäft außerhalb der Börse

Außerbörsliche Plattformen sind aber in den vergangenen Jahren auch im Aktienbereich zur größten Gefahr der arrivierten Börsenplätze geworden, auch wenn genaue Statistiken noch fehlen. Laut einer Studie des Finanzdienstleisters Close Brothers Seydler wird derzeit nur noch ein Drittel der Handelsumsätze in Dax-Titeln über eine Börse abgewickelt. Wegen ihrer schlanken Struktur und hochentwickelter Technologe und nicht zuletzt wegen Kostenvorteilen ziehen die Handelshäuser abseits der Börse immer mehr Geschäft an sich.

Stand: 18.01.2013, 16:18 Uhr