Ein Glas und eine Flasche Whiskey

Promille-Aktien und Selbstfahrer-Autos Die Schnaps-Anlageidee: Drink&Drive

Stand: 12.09.2017, 11:14 Uhr

Ganz nüchtern betrachtet: Der Trend zum Autonomen Fahren hat bisher unentdeckte Profiteure. Brauereien, Destillerien und Restaurants - und natürlich ihre Aktien. Sagt jedenfalls eine der großen Wall Street Banken.

Die Börse ist immer auf der Suche nach dem nächsten Mega-Trend, der nächsten Wachstumschance. Den Trend zum selbstfahrenden Autos haben Investoren deshalb schon ausgiebig abgeklopft nach möglichen Profiteuren: Autozulieferer, High-Tech-Firmen, Chip-Konzerne, Mobilfunkunternehmen oder Internet-Konzerne wie Google gelten als die Nutznießer.

Allerdings ist weder gesetzt, wer sich in der jeweiligen Branche durchsetzt. Noch ist für den Laien immer nachvollziehbar, ob und inwiefern der Wirtschaftszweig tatsächlich profitiert von der Entwicklung.

Ein findiger Analyst kam auf einen viel greifbareren Zusammenhang. Weil Alkohol am Steuer ein absolutes No-Go ist, sind die heimlichen Gewinner im Zeitalter des fahrerlosen Autos: Braueren, Abfüller von Hochprozentigem und Restaurants.

52 Drinks mehr im Jahr

Adam Jonas von der Investmentbank Morgan Stanley bescheinigt den Unternehmen dieser Geschäftszweige eine "signifikante Wachstumschance". Das ist keine Schnapsidee. Jonas berechnete in einer Studie sogar den möglichen Effekt. Er schätzt, dass der durchschnittliche Konsum eines Fahrers um ein alkoholisches Getränk pro Woche steigt, wenn er auf das Selbstfahrer-Auto umsteigt.

Das macht pro Fahrer 52 Getränke mehr im Jahr. Das würde das Umsatzwachstum in der Branche um 80 Basispunkte - also um 0,8 Prozentpunkte - steigern. Derzeit wächst der Alkohol-Markt um etwa 2,2 Prozent im Jahr, die Rate würde sich also auf 3,0 Prozent erhöhen. Derzeit dürfte der weltweite Markt für Alkoholisches bei 1,5 Billionen Dollar liegen, so der Banker.

»Mehr Gelegenheiten zu trinken, bevor man ins Auto steigt. Mehr Gelegenheiten zu trinken während der Autofahrt.«

Studie von Adam Jonas, Morgan Stanley

Welche Aktien sollen profitieren?

Ausdrücklich führt Jonas die Aktien Constellation Brands, Anheuser-Busch InBev, Diageo, Brown-Forman und Kweichow Moutai als "best positionierte" Aktien in dem Bereich an.

Außerdem führte er Restaurant-Ketten wie BJ's Restaurants, Buffalo Wild Wings und Brinker als Profiteure an, weil bei ihnen 10 bis 20 Prozent der Umsätze von Alkohol-Verkäufen stammen.

Und wenn es nicht bei dem einen Getränk mehr bleibt? Das hat der Analyst nicht berechnet.

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