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Ein Finger zeigt auf Youtube-Logo

Die Geldmaschine von Google/Alphabet Wie viel Geld schafft Youtube ran?

von Bettina Seidl

Stand: 10.02.2017, 13:48 Uhr

'Youtuber' bekommen Millionen Klicks, und die erfolgreichsten Stars der Szene auch Millionen Dollar. Was verdient eigentlich die Google- und Youtube-Mutter Alphabet damit?

"Wenn ich mal groß bin, will ich Youtuber sein!" - So ganz wahrhaftig ist der Ausspruch natürlich nicht. Youtube-Star will man nicht erst werden, wenn man groß ist. Youtuber will man schon im jüngsten Teenie-Alter sein. So wie die Idole der Szene, die schon mit zwölf Jahren Kult-Status erreichen und Millionen verdienen. Aber wahrhaftig ist natürlich: Youtuber ist der Traumjob der neuen Generation.

PewDiePie macht 15 Millionen Dollar

Der große Abräumer ist Felix Kjellberg. Er verdient als "PewDiePie" mit seinem Youtube-Kanal Millionen. Laut Forbes war er im vergangenen Jahr mit 15 Millionen Dollar der höchstbezahlte Youtuber. 50 Millionen Menschen haben seinen Kanal abonniert - und dabei zeigt er dort so Banales wie PewDiePie beim Videospielen. Natürlich machen die Youtuber das große Geld erst durch eine gigantische Merchandisiung- und Werbestrategie, wenn sie zum Beispiel Sponsoren finden oder Bücher verkaufen.

Aber einen Gutteil der Einnahmen zahlt auch Youtube. Wie viel, daraus wird ein kleines Geheimnis gemacht. In der Netzgemeinde ist von 0,30 bis 3,00 Euro für je 1.000 Views - also Videoaufrufen - die Rede.

Klaus-Rainer Jackisch

Wie man mit Youtube reich wird

Wie viele Milliarden kommen von Youtube?

Lohnt sich das für die Google- und Youtube-Mutter Alphabet? Offenbar schon. Die Internet-Suche auf Smartphones und Werbung auf der Videoplattform YouTube waren die Wachstumstreiber 2016, wie der Konzern bei Präsentation der 2016er Bilanz sagte. Alphabet wies für das vorige Jahr rund 90 Milliarden Dollar Umsatz aus. 79 Milliarden Dollar davon waren Werbeeinnahmen aus dem Google-Segment, wozu eben auch Youtube gehört. Welchen Anteil Youtube daran aber genau hat, fällt aber ebenfalls in die Kategorie 'Betriebsgeheimnis'.

Zum Beurteilen der finanziellen Dimension muss man auf Presseberichte und Analystenschätzungen zurückgreifen. Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf Informationen aus eingeweihten Kreisen, dass Youtube die Erlöse von 3,0 Milliarden Dollar 2013 auf 4,0 Milliarden Dollar im Jahr 2014 gesteigert haben soll. Im Jahr 2015 sollen die Youtube-Umsätze nach Schätzungen von Evercore ISI bereits bei 9,0 Milliarden Dollar gelegen haben, was immerhin zwölf Prozent zu Alphabets Konzernumsatz beigetragen hätte.

Die Analysten von BofA Merrill Lynch Research schätzen den Umsatzbeitrag 2015 auf 8,0 Milliarden und bis 2017 werde mit einer Steigerung auf 13 Milliarden gerechnet.

Geniestreich statt Fehlkauf

Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
Kurs
796,68
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Doch soll die Video-Plattform unterm Strich immer noch ein Verlustbringer des Konzerns sein. Daher galt der Kauf lange Zeit als viel zu teurer Fehlkauf, für den Google vor zehn Jahren 1,65 Milliarden Dollar hingeblättert hatte. Statt Gewinnen nur Ausgaben: Wegen der hohen Betriebskosten sorgte Youtube Monat für Monat für eine Million Dollar Verlust.

Doch mittlerweile gilt Übernahme als genialer Geniestreich von Google. Die US-Investmentbank Morgan Stanley schätzt den Marktwert der Videoplattform im Jahr 2020 auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Ein Vielfaches des Kaufpreises also.

BofA Merrill Lynch spricht sogar von noch mehr. Auf eigenständiger Basis mit der Bezugsgröße Umsatz könnte YouTube nach Ansicht von Analyst Justin Post eine Bewertung von 70 Milliarden Dollar haben. Mit Blick auf die Nutzerzahlen und die Verweildauern signalisiere ein Peer-Group-Vergleich sogar eine Bewertung von 80 bis 90 Milliarden. Doch auch wenn Youtube inzwischen eine Milliarde Zuseher im Monat hat, schreibt das Videoportal nach wie vor rote Zahlen, heißt es aus der Branche.

Facebook macht Konkurrenz

Dagegen berichtete das "Wall Street Journal" schon vor zwei Jahren, die Gewinnschwelle sei fast erreicht. Das Geschäft scheint zumindest so einträglich zu sein, dass Youtube von prominenter Seite Nachahmer findet. Facebook-Chef Zuckerberg startet eine Video-Offensive, will mehr kurze Videos einbetten. Ziel ist, weniger Videos von anderen Plattformen einzubetten, sondern Original-Material zu bekommen, das auf Facebook hochgeladen wird und durch Werbung entlohnt wird.

Damit könnte Facebook nicht nur Youtube Konkurrenz machen. Auch der Online-Videothek Netflix könnte dadurch ein Wettbewerber erwachsen. Und Netflix macht Gewinn. Das lässt auch für Youtube hoffen.

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Das Google-Universum Mehr als eine Suchmaschine [Stand: 11.08.2015]

Total vernetzt im Google-Netz

Google ist eine Krake, die ein allumfassendes Netz knüpft und stetig erweitert. In der Google-Welt wird alles vernetzt: Uhr, Wohnzimmer, Auto - alles auf Basis des dominierenden Smartphone-Betriebsystems Android und mithilfe miniaturisierter Computer, die mit Sensoren Geräte intelligent machen. Das soll den Alltag erleichtern. Das Google-Handy weiß, wo sich der Nutzer gerade aufhält und wie es helfen kann. Es liefert von sich aus die passenden Informationen zur richtigen Zeit, zeigt zum Beispiel den Weg zum geparkten Auto oder bietet Infos zum Kinofilm, über den man gerade spricht. Google will eine zentrale Rolle im so genannten "Internet der Dinge" spielen.

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