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Waffen

Smith & Wesson: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Run auf Aktien von Smith & Wesson

Waffen-Aktie mit unterbrochenem Lauf

Stand: 21.01.2016, 12:41 Uhr

Waffen haben in den USA Hochkonjunktur. Für die Amerikaner ist es eine hoch emotionale Angelegenheit, denn viele sehen in der Waffe ein Symbol der Freiheit. Der Waffen-Boom treibt auch Waffen-Aktien wie Smith & Wesson an.

Es war ein großartiges Jahr für Smith & Wesson. Die Waffenverkäufe waren 2015 hoch wie nie, und die Aktie erklomm immer neue Höhenrekorde. Gleich zu Beginn des neuen Börsenjahres 2016 markierte das Papier ein neues Allzeithoch bei 26,54 Dollar an der Technologiebörse Nasdaq. Bevor die Aktie in den allgemeinen Abwärts-Strudel aus China-Hysterie und Öl-Sorgen geriet, war sie in den ersten beiden Handelstagen um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschossen.

Vom Run selbst überrascht

Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum

Ein Smith and Wesson-Revolver 357 Magnum. | Quelle: picture-alliance/dpa

Was Anleger so begeisterte: Der größte Waffenhersteller in den USA mit einem Marktwert von rund 1,1 Milliarden Dollar überraschte mit einer höheren Umsatz- und Gewinnprognose. In dem bis Ende Januar reichenden Quartal dürften die Umsätze auf 175 bis 180 Millionen Dollar stiegen. Zuvor war Smith & Wesson von 150 bis 155 Millionen Dollar ausgegangen. Der Gewinn je Aktie soll laut der neuen Prognose 0,39 bis 0,41 Dollar erreichen. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich 0,27 bis 0,29 Dollar je Aktie anvisiert.

Der Ansturm auf seine Waffen hat Smith & Wesson wohl selbst überrascht. Die Amerikaner kauften die Lager der Händler so schnell leer, dass die gar nicht schnell genug nachkaufen konnten.

Obama will schärfere Waffengesetze

Kurioserweise befeuert auch Waffengegner Obama den Boom der Waffen-Aktien. Der US-Präsident wagte Anfang des Jahres einen erneuten Vorstoß zur Verschärfung der Waffengesetze. In einer emotionalen Rede kündigte er an, dass Käufer und Verkäufer von Waffen künftig besser überprüft werden sollen.

Und wie so oft, wenn Obama schärfere Waffen-Gesetze fordert, stiegen daraufhin Aktien von Waffenherstellern. Nicht nur die von Smith & Wesson, sondern auch Sturm Ruger und die Papiere des Chemiekonzerns Olin, der Munition herstellt und zu dem der Gewehrhersteller Winchester gehört. Die dahinter stehende Schlussfolgerung: Bevor es schwerer werden könnte, eine Waffe zu kaufen, greifen die US-Bürger schnell zu. Die Verkaufszahlen steigen, und mit ihnen die Unternehmensgewinne.

Outdoor statt Waffe

Allzusehr auf die Waffe will sich Smith & Wesson aber nicht verlassen. Die US-Firma plant drei neue Geschäftsbereiche, die sich auf den Outdoor-Produkte konzentrieren. Das gab der Konzern auf einer Investorenveranstaltung auf einer Messe in Las Vegas bekannt. Dabei macht Smith & Wesson Jagd auf Zukäufe, um die Abhängigkeit vom Waffengeschäft zu reduzieren und für schwächere Geschäfte in dem Bereich gewappnet zu sein. Waffen-Verkäufe sind traditionell recht volatil und bieten geringere Margen als andere Segmente

Damit folgt das Unternehmen den Spuren von Wettbewerbern wie Vista Outdoor. Der Munitionshersteller hat seine Produktpalette durch die Übernahme von CamelBak erweitert, ein Hersteller von Outdoor-Trinkflaschen und -rucksäcken. Außerdem verleibte sich Vista Jimmy Styks ein, der SUP-Paddleboards herstellt.

Auch für das Papier von Sturm Ruger war 2015 ein hervorragendes Börsenjahr. Das Papier gewann rund 75 Prozent, Smith & Wesson etwa 130 Prozent. Ausgerechnet Waffen-Gegner Obama verhalf den Aktien offenbar zu Zulauf. Der Aktienkurs von Smith & Wesson verachtfachte sich, seit Obama im November 2008 Präsident wurde.

bs

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