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Chemie

 Anlage zur Herstellung von Solarsilizium

Kerngeschäft kompensiert Halbleiter-Schwäche

Wacker hat die richtige Chemie

Stand: 02.02.2016, 09:15 Uhr

Silikon- und Polymerprodukte statt Silizium-Wafer: Wacker Chemie hat mit seinen Quartals- und Jahreszahlen überzeugt, trotz der schwächelnden Chip-Tochter Siltronic. Die Aktie steigt.

Fast drei Prozent höher startet die Aktie von Wacker Chemie am Morgen in den Handel auf dem Frankfurter Parkett. Das Kerngeschäft des Spezialchemie-Unternehmens brummte zuletzt überraschend gut. Wacker stellt Chemie-Produkte zum Beispiel für die Konsumgüter-, Nahrungsmittel-, Pharma- und Textilindustrie her, beliefert aber auch die chemische Grundstoffindustrie die Medizintechnik und die Biotechnologie.

Fünf-Milliarden-Marke geknackt

Vor allem dank der regen Nachfrage aus vielen dieser Bereich konnte der Umsatz auf Jahressicht um zehn Prozent auf fast 5,3 Milliarden Euro zugelegt, erstmals konnte damit die Fünf-Milliarden-Marke bei den Erlösen geknackt werden.

Proportional noch deutlicher konnte der Gewinn gesteigert werden. Unter dem Strich verdiente Wacker im Gesamtjahr 240 Millionen Euro, das sind 23 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Laut Vorstandschef Rudolf Staudigl hat sich das angestammte Chemiegeschäft gerade im vierten Quartal gut entwickelt. Höhere Absatzmengen bei den Silikonen und Polymeren, aber auch positive Währungseffekte seien dafür verantwortlich gewesen, so der Manager.

Silizium weiter in der Preisfalle

Dass die "Chemie stimmt" bei Wacker Chemie, hat auch die schwächere Entwicklung der inzwischen börsennotierten Tochter Siltronic mehr als wettgemacht. Diese hatte am gestrigen Montag bereits Zahlen vorgelegt, in der sich die Schwäche des Halbleitermarktes widerspiegeln. Hochreines Silizium, das Siltronic als Vorprodukt für die Halblleiter-Produktion herstellt, ist weiterhin von Preisverfall betroffen.

Die Entscheidung, Siltronic an die Börse zu bringen und damit abzuspalten, erscheint damit ein halbes Jahr nach dem "Spin-off" damit umso sinnvoller. Allerdings hält Wacker bislang noch einen Anteil von mehr als 50 Prozent an dem Unternehmen.

Während der Aktienkurs von Siltronic seit dem IPO schnurstracks abwärts zeigt und sich seit Mitte 2015 glatt halbiert hat, hat die Wacker-Aktie inzwischen offenbar einen zweiten Boden bei rund 63 Euro ausgebildet, nachdem der Titel bereits im Herbst an dieser Kursregion abgeprallt war. Am Morgen notiert die Wacker-Aktie bei rund 66,30 Euro.

AB

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