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Gesundheit

Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg

Starkes erstes Quartal

Wachstums-Infusion für Fresenius

Stand: 30.04.2015, 10:32 Uhr

Die Aktie von Fresenius ragt am Donnerstag positiv aus dem Dax heraus. Der Gesundheitskonzern profitiert von Lieferengpässen der US-Konkurrenz und guten Geschäften mit Nachahmermitteln. Da kann selbst die Fresenius-Tochter FMC nicht ganz mithalten.

Händler zeigten sich beeindruckt von der Fresenius-Bilanz. Ein Marktteilnehmer sprach von einem "Super-Quartal". Die Geschäftszahlen seien stark ausgefallen, lobte auch Analyst Sven Kürten von der DZ Bank.

Fresenius hat in den ersten drei Monaten des Jahres den Umsatz um fast ein Viertel auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte gar um 32 Prozent auf 851 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn erhöhte sich um 28 Prozent auf 292 Millionen Euro. "Wir haben bislang das stärkste Auftaktquartal erreicht", freute sich Vorstandschef Ulf Schneider.

Kabi im Generika-Boom

Vor allem in den USA lief es rund. Die auf flüssige Nachahmer-Medikamente spezialisierte Tochter Kabi verzeichnete gute Geschäfte. Lieferprobleme der US-Konkurrenz halfen ihr. Nach Produktionspannen bei Mitbewerbern hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA Ausnahmegenehmigungen für den Import von Kochsalzlösungen und Spurenelementen verlängert, um die Versorgung sicherzustellen.

Zudem erhielt Kabi Zulassungen für neue Medikamente schneller als erhofft. Kabi ist auf Infusionen und Generika spezialisiert, die Patienten ins Blut gespritzt werden.

Höhere Profitabilität der Krankenhaus-Sparte

Auch die Krankenhaus-Sparte Helios trug zum Wachstum von Fresenius kräftig bei. Sie steigerte ihr Ergebnis um fast 40 Prozent. Helios hatte im vergangenen Jahr zahlreiche Häuser des Rivalen Rhön-Klinikum übernommen und war mit Abstand zum größten Krankenhausbetreiber in Deutschland aufgestiegen.

Angesichts der guten operativen Entwicklung hob Fresenius seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Der Dax-Konzern aus Bad Homburg rechnet nun mit einem Gewinnanstieg von 13 bis 16 Prozent - statt wie zuvor neun bis zwölf Prozent.

Bei FMC geht es wieder aufwärts

Da verblasste selbst die solide Bilanz der ebenfalls im Dax notierten Tochter Fresenius Medical Care (FMC). Der Dialyse-Konzern konnte den Gewinnschwund der letzten beiden Jahre stoppen. Dank eines Sparprogramms erhöhte sich im ersten Quartal der bereinigte Überschuss um zwei Prozent auf 210 Millionen US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf 3,96 Milliarden Dollar.

Der Weltmarktführer für Dialyse litt zuletzt unter den Kürzungen im US-Gesundheitssystem. Für die Behandlung staatlich krankenversicherter Patienten bezahlen die USA seit 2013 weniger. Dies konnte zwar durch einen gleichzeitig gewährten Inflationsausgleich weitgehend kompensiert worden, führte aber trotzdem zu steigenden Kosten.

Prognose bestätigt

Für das laufende Jahr bekräftigte FMC-Chef Rice Powell die im Februar ausgegebene Prognose. Demnach soll der Umsatz um fünf bis sieben Prozent zulegen, der Gewinn soll um bis zu fünf Prozent steigen. 2016 will FMC dann wieder zweistellig wachsen.

Die Anleger honorieren, dass es bei FMC wieder aufwärts geht. Die Aktie steigt am Donnerstagvormittag um 1,7 Prozent und ist hinter Fresenius zweitgrößter Gewinner. Seit einem Jahr hat die FMC-Aktie über 50 Prozent an Wert gewonnen. Der Titel des Mutterkonzerns Fresenius brachte es im selben Zeitraum nur auf ein Plus von 43 Prozent.

nb

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