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Automobile

VW-Chef Matthias Müller am 10. 1202015 auf der Pressekonferenz in Wolfsburg

Spannende Tage in Detroit

VW zieht alle Register

Stand: 11.01.2016, 12:48 Uhr

Dem Volkswagen-Konzern und seinem neuen Chef Matthias Müller stehen spannende Tage bevor. Kurz vor der Automesse präsentiert VW eine technische Lösung für das Abgas-Problem in den USA.

Am Vorabend der Automesse in Detroit bestätigte Müller vor Journalisten, dass der Konzern in den vergangenen Monaten einen neuen Katalysator entwickelt hat, der die zu hohen Abgaswerte in den USA wieder in den Bereich der Grenzwerte zurückführen soll.

Das Bauteil soll laut Müller in 430.000 Fahrzeuge in den USA eingebaut werden, die mit der ersten Generation des Dieselmotors EA 189 fahren. Die "Bild"-Zeitung hatte bereits zuvor über eine solche geplante Nachrüstung spekuliert.

Investitionen nebst Arbeitsplätzen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
133,40
Differenz absolut
5,10
Differenz relativ
+3,98%

VW geht kurz vor der wichtigen Branchenveranstaltung, die heute mit offiziellen Presseveranstaltungen der Hersteller beginnt, in die Vorwärtsverteidigung. Die USA, so Müller "sind und bleiben ein Kernmarkt für den Volkswagen-Konzern". Zusätzlich zu den bislang geplanten Investitionen von einer Milliarde Dollar wolle man weitere 900 Millionen Dollar in die Produktion in dem Land stecken. Die zusätzlichen Mittel seien für die Herstellung eines sportlichen Geländewagens geplant, der Ende 2016 vom Band laufen soll. Damit sollen laut VW weitere 2.000 Jobs in den USA geschaffen werden.

Der Hinweis auf ein weiteres finanzielles Engagement des Unternehmens dürfte wohl kalkuliert sein. Am Mittwoch reist Vorstandschef Müller von Detroit nach Washington, um mit der Chefin der US-Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, zu sprechen. Dies ist das erste direkte Treffen mit den US-Aufsehern.

Stimmungs-Aufheller gefragt

Die Stimmung zwischen Konzern und Behörden kann bislang nicht als ideal bezeichnet werden. Erst in den vergangenen Wochen war dem VW-Konzern sogar eine Verschleierungs-Taktik bei der Aufklärung des Abgasskandals vorgeworfen worden. Das US-Justitzministerium hatte offiziell Klage gegen den Konzern eingereicht. Dabei waren gleichzeitig horrende Zahlen über mögliche Milliardenzahlungen an Strafe herumgereicht worden.

Die Auswirkungen des Abgasskandals spürte VW zuletzt bereits an schwachen Absatzzahlen. Der US-Markt ist für die Wolfsburger ohnehin traditionell schwierig. Gegenüber den großen Rivalen GM und Toyota liegt VW dort hoffnungslos zurück. Gleichzeitig zeigt der für die Wolfsburger so wichtige chinesische Markt erste Schwächen.

Aktie bleibt nervös

Keine allzu günstige Gemengelage auch für die VW-Aktie. Die im Dax notierten Vorzüge pendeln weiterhin nervös zwischen 115 und 120 Euro. Günstige Signale aus Detroit, vor allem aber aus Washington, könnten dem Titel wohl erheblich auf die Sprünge helfen.

AB

VW-Chef Matthias Müller vor einem Großfoto mit VW-Modellen

Mittagsmagazin: Chronologie des Skandals und Gespräch mit Matthias Müller

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