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Automobile

Des einen Leid ist des andern Freud

VW muss Krone wieder abgeben

Stand: 26.10.2015, 07:09 Uhr

Drei Monate lang durfte VW die Krone des absatzstärksten Autobauers der Welt tragen. Doch nach dem Abgasskandal werden die Wolfsburger nun mit Schimpf und Schande vom Hofe verjagt.

Den Thron des weltgrößten Autobauers besteigt ein alter Bekannter: Toyota. Die Japaner verkauften in den ersten neun Monaten 2015 knapp 7,5 Millionen Fahrzeuge. Der VW-Absatz fiel dagegen auf 7,43 Millionen Stück.

Winterkorns großer Plan

Im ersten Halbjahr 2015 war Volkswagen noch einen Tick besser gewesen als Toyota und damit erstmals zum weltgrößten Autobauer aufgestiegen. Die Japaner hatten den Auto-Thron 2008 erobert. Zuvor hatte der US-Autobauer General Motors (GM) mehr als siebzig Jahre lang an der Spitze gestanden.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und dahinter der VW-Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piëch

Das waren noch Zeiten, als Martin Winterkorn von der Auto-Krone träumte . | Bildquelle: picture alliance / dpa

Für den früheren und inzwischen über den Abgasskandal gestolperten VW-Chef Martin Winterkorn war es immer erklärtes Ziel gewesen, den Konzern zum weltgrößten Autobauer zu machen. Doch seit dem Abgasskandal hat sich für VW so gut wie alles geändert.

Krisengewinner Toyota

Der Kampf um die Krone des weltgrößten Autobauers dürfte für den neuen VW-Chef Matthias Müller in Anbetracht der Probleme, mit denen er sich jetzt rumschlagen muss, wohl vorerst zur Nebensache werden.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
137,40
Differenz absolut
1,75
Differenz relativ
+1,29%

Die VW-Aktie ist im Zuge des Abgasskandals seit dem 1. September um 34,5 Prozent eingebrochen. Zum Vergleich: Die Toyota-Aktie konnte im gleichen Zeitraum auf dem Frankfurter Parkett 8,6 Prozent zulegen.

ag

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Was jetzt alles auf VW zukommt

Viele Unwägbarkeiten

 Volkswagen-Besitzerin in ihrem 2013 Volkswagen Jetta Sportwagen Diesel

Schadenersatz: Die Kunden

Schadenersatz könnten zuallererst die Kunden, sprich die Käufer der betroffenen Diesel-Modelle anmelden. Denn ihnen wurde juristisch gesehen nicht das Produkt mit den Eigenschaften verkauft, die von VW versprochen wurden. Sie könnten also wegen Betrug klagen. VW hat bereits erklärt, die betroffenen Kunden zumindest im Inland anzuschreiben und die Autos technisch umzurüsten. In Amerika aber könnte es auch einfach heißen: Auto auf den Hof stellen und Geld zurück. Die Schadenshöhe dürfte je nach Rechtssystem unterschiedlich hoch sein.

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