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Krisengeschütteltes Südeuropa ade!
VW investiert Milliarden in das Reich der Mitte
Der Aufsichtsrat von VW tagt heute und dürfte neue geplante Investitionen absegnen. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Autobauer über die nächsten vier Jahre in China 14 Milliarden Euro investieren und könnte sich so von südeuropäischen Ländern unabhängiger machen.
In China sieht auch VW einen Markt mit Zukunft
Die Tageszeitung "China Daily" berief sich dabei auf den China-Chef von VW, Jochem Heizmann. Der deutsche Autobauer baut mit dem Geld vier Fabriken in der Volksrepublik. Er produziert dort zusammen mit seinen Partnern SAIC Motor und FAW Group Autos. Bis 2018 werde die jährliche Kapazität von Volkswagen in China bei mindestens vier Millionen Fahrzeugen liegen, zitierte das Blatt Heizmann. Innerhalb der ersten neun Monate dieses Jahres konnten die Wolfsburger ihren Absatz in China um fast ein Fünftel steigern, auf zwei Millionen Autos
Der Aufsichtsrat tagt heute und muss die Investitionen erst noch abnicken. Aber Experten zeigen sich zuversichtlich. "VW hat keinen Grund, auf die Bremse zu treten. Sie werden versuchen, die Investitionsquote zu halten, um weitere Marktanteile zu gewinnen", ist Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB überzeugt. Der Aufsichtsrat kommt traditionell jedes Jahr im November zusammen, um über die Investitionen für die kommenden fünf Jahre zu entscheiden. Im vergangenen Jahr hatte er für den Zeitraum bis 2016 Ausgaben in Höhe von 62,4 Milliarden Euro zugestimmt.
Auch in Westeuropa, wo Konkurrenten wie Opel, Peugeot oder Ford schon Werke schließen und Mitarbeiter entlassen mussten, denkt die VW-Führung eher über eine Ausweitung nach. Der weltweite Erfolg von VW mache "neue Investitionen in Forschung und Entwicklung, aber auch in Produktion und Werke" möglich, sagte Konzernchef Martin Winterkorn vor kurzem.
Südeuropäer können sich Autos kaum leisten
Dennoch gehen Experten wie Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg davon aus, dass der Aufsichtsrat seine Ausgaben in Europa überdenken könnte. Kein Wunder: Europas Autoverkäufe schwinden, Fahrzeugbauer wie Opel, PSA Peugeot Citroen oder Fiat leiden. "Die Zeichen auf dem westeuropäischen Automarkt stehen auf Sturm", schreiben Jens Haas und Andreas Rapp von der Unternehmensberatung AlixPartners in einer Studie.
Gerade in Südeuropa finden die Autobauer kaum noch Kunden, die sich angesichts der hohen Arbeitslosigkeit ein neues Auto leisten könnten. Fein raus sind bislang weltweit aufgestellte Firmen wie VW, weil sie Rückgänge in Europa durch Zuwächse in China oder den USA ausgleichen können.
Stand: 23.11.2012, 08:46 Uhr