Seitenueberschrift

Automobile

Ein Arbeiter reinigt das Firmenschild eines Volkswagen Autohauses in der Nähe von Shanghai

Nur 40 Prozent der China-Gewinne kommen VW zugute

VW fährt in China auf Rekordkurs

Stand: 11.07.2014, 10:21 Uhr

Europas größter Autobauer Volkswagen hat seinen Absatz in China kräftig gesteigert. Damit bekommt auch VW sein Stück vom China-Kuchen ab – allerdings nur ein kleines.

Die großen Gewinne streicht der chinesische Staat ein. Denn dieser ist an dem Joint Venture FAW Volkswagen zu 60 Prozent beteiligt. So groß ist der Anteil des chinesischen Staatsbetriebs FAW an dem Gemeinschaftsunternehmen. VW muss sich mit 40 Prozent der Gewinne begnügen.

Doch ein kleines Stück vom China-Kuchen ist besser als gar keines. Denn dieser Kuchen ist gewaltig. Die Volksrepublik hat sich zum wichtigsten Automarkt der Welt gemausert und die USA auf Rang zwei verwiesen. Auch in den kommenden Jahren wird der chinesische Automarkt weiter kräftig zulegen, glauben Branchenkenner.

Nutznießer der China-Reise Merkels

Da passt es ins Bild, dass nach BMW nun auch VW Jubelzahlen zu vermelden wusste. "Wir schauen auf ein weiteres Rekordjahr", sagte VW-China-Vorstand Jochem Heizmann laut Mitteilung vom Freitag. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lieferten die Wolfsburger mit ihren chinesischen Partnern mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge an Kunden in China aus. Das ist ein Plus von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dagegen schrumpfen die Absätze auf dem zweitwichtigsten Automarkt: In den USA gingen die Auslieferungen in den ersten sechs Monaten um 5,3 Prozent zurück. Weltweit konnte VW in diesem Zeitraum knapp fünf Millionen Pkw losschlagen - ein Plus von 5,9 Prozent. China ist damit für VW der wichtigste Absatzmarkt. Jedes dritte verkaufte Fahrzeug geht nach China.

Und VW ist bereit, die China-Welle weiter zu reiten. Im Zuge der jüngsten Merkel-Reise in das Reich der Mitte haben die Wolfsburger mit FAW zwei zusätzliche Standorte in China vereinbart. Dabei wurde jeweils ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro angesetzt.

Aktie nach unten ausgebrochen

An der Börse werden die frischen China-Zahlen von VW wohlwollend aufgenommen. VW-Vorzüge zählen zunächst zu den größten Gewinnern im Dax. Allerdings hat sich das technische Bild zuletzt stark eingetrübt.

Mit dem Rutsch unter das Mai-Tief brach die Aktie am Donnerstag aus ihrer seit April währenden seitlichen Schiebezone nach unten aus und sandte damit ein Verkaufssignal.

ag

Darstellung: