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Automobile

VW-Stand auf der  Shanghai Auto-Show 2015

Winterkorn im Angriffsmodus

VW baut Billigautos in China

Stand: 28.06.2015, 14:54 Uhr

In den Schwellenländern, insbesondere in Asien ist die Nachfrage nach kleinen und günstigen Wagen groß. Deshalb wird VW ab 2018 ein Billig-Auto verkaufen. Es soll zwischen 8.000 und 11.000 Euro kosten.

Nach langer Diskussion hat sich VW zum Einstieg ins Billig-Segment durchgerungen. "Wir bringen ab 2018 eine Budget-Car-Familie auf den Markt- mit SUV, Stufen- und Schrägheck", kündigte Vorstandschef Martin Winterkorn in der "Bild am Sonntag" an. Die Fahrzeuge sollen in China gebaut werden und zunächst nur dort verkauft werden. "Wir werden prüfen, ob das Thema auch für andere Märkte interessant sein könnte", sagte Winterkorn.

VW überlegt schon seit Jahren, wie der Einstieg ins Billigsegment gelingen kann. Ursprünglich war ein Billigauto zum Preis von 6.000 bis 8.000 Euro geplant, das ab Herbst 2016 in China produziert werden sollte. Budget Cars könnten VW die Tür öffnen für eine größere Verbreitung der Marke in Asien.

SUV-Offensive in den USA

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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In den USA wählt VW eine andere Strategie, um wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. "Wir starten jetzt eine große SUV-Offensive", versprach Winterkorn. Damit solle VW in den USA genau so erfolgreich werden wie es Audi und Porsche bereits seien. Die Marke Volkswagen hat in den Vereinigten Staaten eine lange und ruhmreiche Tradition. "Da will ich wieder hin", sagte Winterkorn kampfeslustig.

VW will bis 2018 den Marktführer Toyota vom Thron stoßen. Ob das schon in diesem Jahr gelingt, ist fraglich wegen des Einbruchs der Automärkte in Russland und Brasilien. "Es ist nicht entscheidend, ob wir Toyota etwas früher überholen können", sagte Winterkorn. Eines sei klar: "Wir verharren nicht im Hier und Jetzt, wir befinden uns weiter im Angriffsmodus."

Machtkampf mit Piech "hat mich sehr getroffen"

Erleichtert zeigte sich Winterkorn über das Ende des Machtkampfs mit dem VW-Patriarchen Ferdinand Piech. "Was mich am meisten gefreut hat, war der Vertrauensbeweis vom Aufsichtsrat, von der Mannschaft und den Mitarbeitern." Nun könne er bei VW weiter eine wichtige Rolle spielen. "Volkswagen muss sich verändern, daran werde ich entscheidend mitwirken."

Die Kritik Piechs, der laut "Spiegel" auf "Distanz zu Winterkorn" gegangen war, kam für den VW-Chef völlig überraschend. Bei den vorangegangenen Treffen mit dem Aufsichtsratschef habe er keine Entfremdung festgestellt. Den wochenlangen Machtkampf mit Piech bezeichnete Winterkorn als die schwerste Zeit seiner Karriere. "Das hat mich schon sehr getroffen", gab der 66-Jährige zu.

nb

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Renditeprobleme bei der Marke VW

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