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Winterkorn baut um

Bei VW werden Stühle gerückt

Jetzt wird es ernst bei Europas größtem Autobauer. Wie angekündigt, stellt VW-Chef Martin Winterkorn seine Führungsmannschaft neu zusammen. Vor allem das China-Geschäft wird für die Wolfsburger immer wichtiger.

VW ist mittlerweile ein global agierender Weltkonzern mit zwölf Marken. Dieser Größe wollen die Wolfsburger jetzt auch mit der Neuaufstellung ihrer Führungskräfte gerecht werden. Ziel ist es, die interne Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten zu verbessern. Mit dem Stichtag 1. September hat das Unternehmen die bereits im Juni angekündigten Entscheidungen umgesetzt.

Dabei wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Es ist der größte Umbau in der Unternehmensgeschichte. Denn Winterkorn hat ein konkretes Ziel vor Augen: Bis 2018 will Volkswagen der weltweit größte Autokonzern werden und General Motors und Toyota den Rang ablaufen. Zum VW-Konzern gehören neben der Kernmarke VW die VW-Nutzfahrzeuge, Scania und MAN, Audi, Skoda, Seat,Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche sowie der Motorradhersteller Ducati.

Neues China-Ressort

Neuer China-Chef im Konzern wird der bisher für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständige Vorstand Jochem Heizmann. Mit dem neu geschaffenen Ressort wertet der Konzern das Geschäft im Reich der Mitte auf. Es ist für VW der größte und wichtigste Auslandsmarkt.

Frischer Wind weht ab sofort auch im LKW-Segment, in dem die Zusammenarbeit der beiden Konzerntöchter Scania und MAN bisher eher zäh verläuft. Abhilfe schaffen soll der bisherige Scania-Chef Leif Östling, der auch neu in den VW-Vorstand aufrückt. Der bisherige MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen wechselt in den erweiterten Vorstand und soll dort das Industriegeschäft mit Motoren koordinieren. Neuer Scania-Chef wird der bisherige Verkaufschef Martin Lundsted. Auch die VW-Sparte Nutzfahrzeuge bekommt einen neuen Chef, den Posten übernimmt der bisherige Entwicklungschef Eckard Scholz. Auch der Audi-Vorstand wird umgebaut. Insgesamt werden 30 Führungspositionen neu besetzt.

Warnung an die Zulieferer

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gleichzeitig stellt der Konzern seine Zulieferer auf härtere Zeiten ein. Nach einem Bericht der "Automobilwoche" wurden sie mündlich darüber informiert, dass die Produktion des Konzerns im Herbst um etwa zehn Prozent sinken könnte. Ein VW-Sprecher sagte, der Bericht sei "spekulativ", betonte aber, dass die nächsten Monate deutlich schwieriger und fordernder werden.

Aktie gibt nach

Die im Dax notierte Vorzugsaktie reagiert auf diese Nachricht mit Kursverlusten. Das Papier verliert 0,8 Prozent und gehört damit im frühen Geschäft zu den schwächsten Dax-Werten. Insgesamt behauptet es sich allerdings hervorragend. Erst im August hatte die Aktie mit einem Kurs von 148,35 Euro ein neues Zwölf-Monats-Hoch markiert.

Stand: 03.09.2012, 08:37 Uhr