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Immobilien

Vonovia-Logo vor der Unternehmenszentrale

HV winkt Deutsche-Wohnen-Übernahme durch

Vonovia bringt sich in Stellung

Stand: 30.11.2015, 13:57 Uhr

Auf dem Weg zur Übernahme des zweitgrößten Immobilien-Unternehmens lässt sich der Branchenführer nicht aufhalten. Vonovia-Chef Rolf Buch hat seine Anteilseigner auf der Hauptversammlung überzeugt, dem Milliarden-Deal zuzustimmen.

Am frühen Nachmittag war es bereits soweit: Die selbst gesetzte Hürde, eine Zustimmung mit Drei-Viertel-Mehrheit, wurde genommen, es stimmten 78,2 Prozent des vertretenen Grundkapitals für die Übernahme. Auch die Kapitalerhöhung, mit der die Übernahme zum einem Teil gestemmt werden soll, wurde für gut befunden.

Keine kartellrechtlichen Bedenken?

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Damit ist auf Seiten von Vonovia der Weg frei, die 14-Milliarden-Euro-Übernahme tatsächlich zu stemmen. Die Einzelheiten des Vonovia-Angebots sind diese: Für je elf Deutsche-Wohnen-Aktien erhielten die übernahmewilligen Aktionäre sieben Vonovia-Aktien sowie eine Barkomponente in Höhe von 83,14 Euro. Damit wird die Deutsche Wohnen laut Vonovia mit 9,92 Milliarden Euro bewertet. Der Differenzbetrag sind Verbindlichkeiten der Deutsche Wohnen. Kartellrechtliche Bedenken sieht Vorstandschef Buch nicht als substanziell an. Wie er auf der Aktionärsversammlung betonte, rechnet mit einer raschen Entscheidung des Kartellamts und erwartet nicht, dass die Behörde bei ihrer Prüfung Probleme für den Wettbewerb ausmachen würde.

Gelingt die Übernahme der Deutsche Wohnen, entstünde der mit Abstand größte Immobilienkonzern mit insgesamt mehr als 510.000 Wohungen. Vonovia, das aus der Fusion von Gagfah und Deutsche Annington hervorgegangen ist, würde damit viermal größer als der nächste Verfolger in der Branche, die Düsseldorfer LEG.

Deutsche Wohnen will (noch) nicht

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Ein großes Fragezeichen bleibt allerdings weiterhin die Position des Deutsche-Wohnen-Managements. Vorstands-Chef Michael Zahn hatte das Zusammengehen mit Vonovia stets rundweg abgelehnt. Das Angebot des Übernahmeinteressenten erschien ihm zu niedrig. Und auch die in Aussicht gestellten Synergien bestritt Zahn zuletzt noch vehement.

Am Wochenende hat Deutsche Wohnen zudem noch eine "Giftpille" geschluckt, die eine Übernahme weiter erschweren soll: Mit dem Kauf vom rund 13.600 Wohnungen vom Konkurrenten Patrizia hat der Übernahmekandidat sich selbst noch schwerer verdaulich gemacht. Laut früheren Aussagen wollte Vonovia ihren Übernahmeplan nur dann vorantreiben, sollte sich die Deutsche Wohnen keine größeren Zukäufe stemmen. Allerdings: Auf der Vonovia-Hauptversammlung war davon heute allerdings keine Rede mehr.

Nun entscheiden die Deutsche-Wohnen-Aktionäre wohl selbst, indem sie ihre Anteile Vonovia andienen oder auch nicht. Auch hier muss Vonovia noch eine Hürde nehmen. Nur wenn mindestens 50 Prozent der Anteile in Richtung Vonovia wandern, steht die Übernahme.

AB

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