Voltabox-Unternehmenszentrale

Gewappnet für den E-Hype Paragon will Tochter aufs Parkett bringen

Stand: 11.09.2017, 09:18 Uhr

Schon länger spekuliert die Börse darauf, dass der Autozulieferer Paragon seine Batterie-Tochter Voltabox an die Börse bringt. Jetzt ist es so weit, der Börsengang ist für den Herbst angesetzt. Paragon wappnet sich für den E-Hype.

Vor acht Jahren noch schien Paragon tot. Der Autozulieferer war in den Sog der Finanzkrise geraten und musste Insolvenz beantragen. Doch der Autozulieferer strukturierte um, konzentrierte sich auf Nischenprodukte und schaffte die Wende. Seit ein paar Jahren schreibt Paragon wieder schwarze Zahlen – mit Mikrofonen, Sensoren, Cockpit-Systemen und Produkten zur Luftverbesserung im Fahrzeug-Innenraum. Ein wahrer Erfolgsbringer aber war der Einstieg in die Elektromobilität.

Über die Tochter Voltabox stellt der Autozulieferer Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis her, rüstet damit Elektro- und Trolleybusse sowie Nutzfahrzeuge aus. Es gibt einige viel versprechende Großaufträge und Partnerschaften. Voltabox beliefert etwa Vossloh mit Batterien für Busse mit E-Antrieb für den öffentlichen Nahverkehr. Für den US-Konzern Joy Global, der immerhin Weltmarktführer für Bergbauausrüstung ist, entwickelt das Unternehmen intelligente Batteriesysteme für verschiedene Bergbaumaschinen. Und an den Roboterbauer Kuka gehen Batteriepacks für so genannte AGVs, selbst fahrende Vehikel, die Teile in der Produktion automatisch dorthin bringen, wo sie gebraucht werden.

Eine Investition in den E-Hype

Aus dem Massenmarkt der Elektroautos hält sich der Zulieferer zwar raus. Aber doch hat Paragon inmitten des E-Hypes ehrgeizige Wachstumspläne, weshalb nun der Börsengang der Elektromobilitäts-Tochter ansteht. Paragon will mit dem frischen Geld neue Produkte entwickeln und Produktionskapazitäten ausbauen. Voltabox soll auch flexibler werden, um über Zukäufe weiter wachsen zu können. Zudem sollen Gesellschafterdarlehen von Paragon zurückgezahlt werden.

Paragon erhofft sich durch das zusätzliche Kapital einen Wachstumsschub. In den kommenden zwei Jahren soll sich der Umsatz von Voltabox vervierfachen. Für das Jahr 2019 werden damit Erlöse in Höhe von rund 100 Millionen Euro angestrebt. Im vorigen Jahr lag der Umsatz bei 14,5 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2017 kamen bereits 10,6 Millionen Euro zusammen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich auf minus 0,7 Millionen Euro nach minus 1,5 Millionen Euro vor einem Jahr. Im Juni wurde erstmals ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Das weitere Wachstum sei mit einem Auftragsbuch von rund 805 Millionen Euro per Jahresmitte 2017 vorgezeichnet, wie das Unternehmen bei der Vorstellung seiner Börsenpläne betonte.

6 bis 6 Millionen Aktien

Paragon will bei dem IPO im Herbst 5 Millionen Aktien an der Börse platzieren. Bei entsprechender Nachfrage gibt es noch eine Reserve von 0,825 Millionen Papieren. Das Geld soll ins Unternehmen fließen, die neuen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung. Weitere 0,5 Millionen Aktien stammen aus dem Bestand von Paragon. Die Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sein.

Der Streubesitz nach dem Börsengang liegt bei 40 Prozent. Paragon will langfrisitg Mehrheitsaktionär bleiben.

Hype um Paragon-Aktie

Paragon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
88,95
Differenz relativ
+1,93%

Über den Börsengang wird schon seit einigen Monaten spekuliert. Das und das starke Wachstum der Tochter Voltabox hat die Paragon-Aktie elektrisiert. Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs nahezu verdreifacht. Inzwischen gilt die Bewertung der Aktie mit einem KGV von rund 70 als reichlich ambitioniert.

bs

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